Usain Bolt schnellster Sprinter aller Zeiten:
"Rakete" holt 200-m-Gold und Weltrekord
- Jamaikaner unterbot Weltrekord um zwei Hundertstel
- Bolt holt sich Sprint-Double über 100 und 200 Meter

Der Jamaikaner Usain Bolt hat bei den 29. Olympischen Sommerspielen in Peking mit dem nächsten Fabel-Weltrekord das Sprint-Double in der Leichtathletik perfekt gemacht. Nachdem der 1,96 m große Hüne bereits die Finalkonkurrenten über 100 m in 9,69 Sekunden zu biederen Statisten degradiert hatte, triumphierte er einen Tag vor seinem 22. Geburtstag auch über 200 m trotz Gegenwinds souverän in der unfassbaren Weltrekordzeit von 19,30 Sekunden.
Der Jamaikaner Usain Bolt hat am Mittwochabend bei den 29. Olympischen Sommerspielen in Peking mit dem nächsten Fabel-Weltrekord das Sprint-Double in der Leichtathletik perfekt gemacht. Nachdem der 1,96 m große Hüne bereits am Samstag die Finalkonkurrenten über 100 m in 9,69 Sekunden zu biederen Statisten degradiert hatte, triumphierte er einen Tag vor seinem 22. Geburtstag auch über 200 m trotz Gegenwindes souverän in der unfassbaren Weltrekordzeit von 19,30 Sekunden!
Damit löschte Bolt die zwölf Jahre alte Fabelmarke des US-Amerikaners Michael Johnson, der am 1. August 1996 in Atlanta in 19,32 zu Olympia-Gold gerast war, aus. Außerdem gelang ihm als erstem Sprinter seit US-Superstar Carl Lewis 1984 in Los Angeles der olympische Doppelsieg über 100 und 200 m. Allerdings hatte dieses Kunststück bisher noch kein einziger Athlet mit Weltrekorden über beide Distanzen geschafft. "Ich hätte solche Zeiten vor Olympia nicht für möglich gehalten", gestand Bolt.
Bolt: "Ich bin die Nummer eins!"
Johnson hatte vor dem Finale prognostiziert, dass seine magische Marke halten sollte. Doch der langjährige Dominator über 200 und 400 m, der das Rennen in Peking live miterlebte, sollte irren. Denn im Gegensatz zum 100-m-Finale, in dem Bolt bereits nach 80 Metern zu jubeln begonnen hatte, zog der Supersprinter aus der Karibik diesmal bis zur Ziellinie voll durch. Zunächst leuchteten trotz 0,9 Metern pro Sekunde Gegenwind 19,31 auf der Anzeigetafel auf, die Zeit wurde dann noch auf 19,30 korrigiert.
"Ich bin die Nummer eins!", schrie Bolt unmittelbar nach dem Sieg über seine Lieblingsstrecke, über die er 2002 im zarten Alter von 15 Jahren bereits Junioren-Weltmeister geworden war, in die TV-Kameras. Michael Johnson war ebenfalls total aus dem Häuschen. "Superman 2 - unglaublich. Das war noch fantastischer als sein Sieg über 100 Meter", betonte der US-Amerikaner. Doch Bolts "China-Mission" ist noch nicht zu Ende. Am Freitag will er mit Jamaikas Sprintstaffel seine dritte Goldmedaille in Peking holen.
Ein Traum ging in Erfüllung
"Das war mein Traum, seit ich ein Kind war", sagte Bolt. "Ich wollte Olympiasieger und Weltrekordler werden. Dass ich das jetzt geschafft habe, ist einfach nur fantastisch. Ich habe mein Land stolz gemacht und bin jetzt einfach nur glücklich." Die superschnelle Bahn in Peking habe ihm die Rekordjagd ermöglicht. "Ich bin selbst geschockt, denn ich habe mich müde gefühlt. Aber ich habe ehrlich alles gegeben, um diese Leistung zu realisieren", versicherte der schlaksige und stets gut gelaunte Jamaikaner.
Doch auch ein müder Bolt reichte, um die Konkurrenz zu demütigen. Silber und Bronze gingen in 19,96 bzw. 19,98 Sekunden an die US-Amerikaner Shawn Crawford und Walter Dix. Diesem Podium waren allerdings zwei Disqualifikationen vorangegangen. Sowohl der ursprüngliche Zweite Churandy Martina von den Niederländischen Antillen (19,82) als auch der Dritte Wallace Spearmon aus den USA (19,95) wurden wegen Betretens der Begrenzungslinie disqualifiziert. Auf die Bestrafung von Spearmon hatte das US-Team mit einem später erfolgreichen Protest gegen Martina reagiert.
Klare Worte für die Überlegenheit des neuen Superstars fand Ex-Weltmeister Kim Collins, der in 20,59 Sekunden Siebenter wurde. "Er ist kein Mensch. Er ist nicht von dieser Welt. Er ist wie eine Halluzination", sagte der 32-Jährige, der 2003 in Paris sensationell 100-Meter-Gold für St. Kitts & Nevis geholt hatte. "Wenn du hinter ihm läufst, dabei alles gibst und trotzdem nicht den Funken einer Chance hast, dann ist das schon demoralisierend. Nicht einmal Michael Johnson hat sich so mit der Konkurrenz gespielt."
Jamaika staubt nochmal Gold ab
Im Endeffekt war es dank der Disqualifikationen der größte Vorsprung der Geschichte in einem Olympia-Finale über 200 Meter. Doch damit nicht genug der jamaikanischen Dominanz: Über 400 m Hürden gewann überraschend Melaine Walker - überlegen in 52,64 Sekunden, der viertbesten Marke der Geschichte. Hinter der 25-jährigen Jamaikanerin landeten mit über einer Sekunde Rückstand Sheena Tosta aus den USA (53,70) sowie die Britin Tasha Danvers (53,84) auf den weiteren Medaillenrängen. Im Hammerwurf triumphierte die weißrussische Favoritin Oxana Miankowa mit 76,34 m.
(apa/red)