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20.8.2008 06:54

Christine Ohuruogu gewinnt 400-m-Gold:
Britin verdankt Goldmedaille einem Richter

  • Drei verpasste Dopingtests führten fast zu Sperre
  • Jamaikaner Usain Bolt "spazierte" über die 200 Meter

400-m-Weltmeisterin Christine Ohuruogu hat für die Glanzleistung der olympischen Leichtathletik-Bewerbe gesorgt. Die 24-jährige Engländerin siegte über 400 m in der Jahresweltbestzeit von 49,62 Sekunden vor Shericka Williams aus Jamaika (49,69) sowie US-Goldhoffnung Sanya Richards, die lange führte, auf den letzten 50 Metern aber zu wenig Kraft hatte und sich in 49,93 mit Bronze begnügen musste.

Ohuruogu durfte erst nach einem erfolgreichen Einspruch gegen ihre Sperre durch das Britische Olympische Komitee (BOA) an den Sommerspielen in Peking teilnehmen. Die Britin war Anfang August 2006 wegen drei verpasster Doping-Kontrollen für ein Jahr gesperrt worden. Diese Suspendierung zog einen automatischen Olympia-Ausschluss durch das BOA nach sich. Doch ein unabhängiges Gericht in London gab Ende November 2007 Ohuruogus Einspruch statt und ebnete ihr damit den Weg nach China.

Auch im Diskus-Bewerb triumphierte ein Weltmeister von Osaka 2007: Der Este Gerd Kanter gewann mit 68,82 m vor dem Polen Piotr Malachowski (67,82) sowie Titelverteidiger Virgilijus Alekna (67,79) aus Litauen, der den olympischen Gold-Hattrick verpasste. Im Hochsprung setzte sich der 23-jährige Topfavorit und Europameister Andrej Silnow aus Russland mit 2,36 m vor dem Briten Germaine Mason und seinem Teamkollegen Jaroslaw Rybakow, die beide 2,34 meisterten, durch. Titelverteidiger Stefan Holm aus Schweden landete mit 2,32 nur auf dem "Blechrang".

Favoritensterben im Hürdenlauf
Über 100 m Hürden ging das "Favoritensterben" auch im Finale weiter. Nachdem die schwedische Hallen-Weltrekordlerin Susanna Kallur bereits im Semifinale mit einem Sturz nach der ersten Hürde im wahrsten Wortsinn hängen geblieben war, kam Goldfavoritin Lolo Jones im Endlauf am vorletzten Hindernis in Führung liegend ins Straucheln und wurde schließlich in 12,72 nur Siebente. Trotzdem gab es Gold für die USA durch die 24-jährige Außenseiterin Dawn Harper, die nach 12,54 Sekunden in persönlicher Rekordzeit vor der Australierin Sally McLellan sowie der Kanadierin Priscilla Lopes-Schliep (beide 12,64) über die Linie sprintete.

Das 1.500-m-Finale wurde dagegen erwartungsgemäß zu einer taktischen Angelegenheit, denn erst in der letzten Runde drehten die Top-Stars über die Mittelstrecke voll auf. Am Ende wurde der für Bahrain startende Marokkaner Rashid Ramzi seiner Favoritenrolle in 3:32,94 Minuten gerecht und verwies den Kenianer Asbel Kiprop (3:33,11) und den Neuseeländer Nicholas Willis (3:34,16) auf die Ehrenplätze.

Bolt "spaziert" die 200 Meter
Abseits der fünf Final-Entscheidungen des Tages interessierte natürlich am meisten der Halbfinal-Auftritt über 200 m von Usain Bolt. Der 100-m-Olympiasieger und -Weltrekordler degradierte dabei die Konkurrenz erneut zu Statisten und "spazierte" förmlich in 20,09 Sekunden als Schnellster ins Finale, in dem der Jamaikaner erneut Geschichte schreiben könnte. Bolt will dann den Fabelweltrekord des US-Amerikaners Michael Johnson, der am 1. August 1996 in Atlanta in unglaublichen 19,32 Sekunden über die Bahn gefegt war und Olympia-Gold geholt hatte, attackieren. (apa/red)

20.8.2008 06:54
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