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19.8.2008 14:45

Samba gegen Tango im Halbfinal-Schlager:
Ronaldinho trifft auf Ex-Klubkollegen Messi

  • Argentinien und Brasilien kämpfen um Finaleinzug
  • Verbale Kleinkriege im Vorfeld des ewigen Duells

Das Halbfinal-Duell zwischen Argentinien und Brasilien im olympischen Fußballturnier wird heute (15.00 Uhr MESZ) im Arbeiterstadion von Peking zum Schaulaufen der größten Stars, die der Bewerb aufzubieten hat: Ronaldinho und Diego auf der einen, Lionel Messi auf der anderen Seite.

In der 100-jährigen Turniergeschichte treffen erstmals zwei südamerikanische Mannschaften im Halbfinale aufeinander. In Peking behielten beide Teams bisher eine weiße Weste und gewannen alle ihrer vier Partien. Während Brasilien bisher noch keinen Gegentreffer kassierte, stellte Argentinien mit zehn Siegen in Folge einen neuen Rekord im Wettbewerb auf.

Diego will die Goldene
"Wir sind bereit für dieses Match", sagte Diego vor der Herausforderung gegen den Olympiasieger von 2004. "Wir wissen, dass es nicht einfach wird. Gegen Argentinien ist es nie einfach, aber wir sind bereit." Nach dem wochenlangen Streit um seine Olympia-Teilnahme möchte der Werder-Regisseur die lohnenswerte Reise jetzt auch mit dem ersten Olympia-Gold für Brasilien krönen. Im zweiten Semifinale ermitteln Belgien und Nigeria in Shanghai den zweiten Finalisten für das Endspiel am Samstag (6.00 Uhr) im Pekinger Nationalstadion.

Bereit sind auch Fans und Kommentatoren in den südamerikanischen Ländern, wo der Ausnahmezustand herrschen wird. "Lasst sie (die Brasilianer) kommen!", tönte etwa die argentinische Sportzeitung "Olé". Im brasilianischen Sport-Fernsehsender SporTV sagte der Journalist Alex Escobar: "Das Duell hat eigene Gesetze." Starkolumnist Renato Mauricio Prado bezeichnete die Argentinier in der Zeitung "O Globo" als "höllischen Gegner".

"Schlafwagen-Fußball" auf beiden Seiten
Weder in Argentinien noch in Brasilien ist man mit den bisherigen Olympia-Leistungen der eigenen Kicker zufrieden. "Das Team um Ronaldinho Gaucho spielt im Rhythmus des Mannschaftskapitäns. Und der hat zweifellos viel Talent, macht auf dem Feld aber immer den Eindruck, als sei er sooo müde", schrieb etwa Prado über die Selecao. Und die meisten Leserbrief-Schreiber der argentinischen Zeitung "Clarin" prangern den langsamen Fußball von Regisseur Roman Riquelme beim Athen-Sieger Argentinien an.

Die üblichen Provokationen zwischen den Protagonisten blieben natürlich nicht aus. "Wie alle anderen Gegner haben auch die Argentinier Angst vor uns", sagte Anderson (Manchester United). "Die Brasilianer stehen gegen uns immer mit allen Mann hinten drin. Wir müssen deshalb intelligent agieren und keine Konterchancen zulassen", erwiderte Riquelme, der auch die Begleitung durch Diego Maradona hervorhob: "Er isst mit uns, unterstützt uns, bringt uns sogar durch seinen Gang zum Lachen. Schade nur, dass er nicht mitspielen kann."

Nigeria steht im Finale
Indes steht der Final-Gegner Argentiniens bzw. Brasiliens fest: Im ersten Halbfinale setzte sich Nigeria in Shanghai gegen Belgien durch Treffer von Adefemi (17.), Obasi (59., 72.) und Okonkwo (78.) mit 4:1 durch, der bisherigen Überraschungsmannschaft gelang durch Ciman (88.) lediglich Ergebniskorrektur.

(apa/red)

19.8.2008 14:45
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