Keine Manipulationen bei Abschlussfeier:
Feierliche Flaggen-Übergabe und Showacts
- David Beckham Höhepunkt des Londoner Showteils
- 60 Musikerinnen und ein Duett mit Placido Domingo

Das Ende soll echt sein. Nach den Manipulationen bei der Eröffnungsfeier der 29. Olympischen Spiele in Peking stellen die chinesischen Organisatoren für die Abschlusszeremonie am Sonntag in Aussicht, dass Schein und Sein auch tatsächlich übereinstimmen. Offiziell wird um die Feier ein genauso großes Geheimnis gemacht wie um die Eröffnung. Das Organisationskomitee (BOCOG) wollte nur eines enthüllen: "Die Feier wird kürzer", sagte BOCOG-Generalsekretär Wang Wei. Die Eröffnung hatte vier Stunden gedauert.
Im Mittelpunkt steht neben der Verabschiedung der Athleten die Flaggen-Übergabe an London, wo 2012 die nächsten Sommerspiele stattfinden werden. Fußballstar David Beckham wird als Repräsentant Großbritanniens auftreten, Premierminister Gordon Brown sitzt im Stadion und Londons Oberbürgermeister Boris Johnson nimmt die Olympische Flagge in Empfang. Regierungschef Brown sagte laut chinesischer Staatsagentur Xinhua bei einem Treffen mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao, die Pekinger Spiele hätten einen "neuen Standard" gesetzt. London wolle an diesen anschließen.
Keine Generalprobe der Abschlussfeier
Die Regiefäden in der Hand hält wieder der chinesische Starregisseur Zhang Yimou. Anders als vor der Eröffnung gibt es wegen der laufenden Wettbewerbe keine Generalprobe im 91.000 Zuschauer fassenden Nationalstadion "Vogelnest". Neben Kungfu-Kämpfern sollen dieses Mal auch 60 Musikerinnen Geige spielen. "Ich kann ihnen versichern, dass die Schlussfeier sehr schön anzusehen sein wird", betonte Wang.
Beckham als Highlight
Und nach Berichten chinesischer Medien wird es wie schon bei der Eröffnungsfeier ein west-östliches Duett geben - mit Startenor Placido Domingo und der chinesischen Sopranistin Song Zuying. "Wenn ich etwas verrate, würde ich alles verraten", sagte Wang. "Deswegen denke ich, dass ich ihnen gar nichts sagen kann." Auch die Briten steuern acht Minuten Show bei. "Jung und frisch" solle die London-Show werden. "Becks" will einen Fußball ins Publikum kicken. Und auch musikalisch wollen die Briten einen Kontrapunkt setzen: mit dem nicht mehr ganz jungen Altrocker Jimmy Page (Led Zeppelin) und der Sängerin Leona Lewis.
Keine Manipulationen geplant
Bei der spektakulären Eröffnungsfeier war nicht alles echt gewesen - unter anderem war in "Milli Vanilli"-Manier ein Mädchen als falsche Sängerin aufgetreten, während die Stimme eines anderen Kindes vom Band kam. Generalsekretär Wang wies den Verdacht weiterer Tricks von sich: "Das ist eine seltsame Frage." Manipulationen wären "den Aufwand nicht wert". Manipuliert wird möglicherweise auch das Wetter. Schon bei der Eröffnungsfeier hatten Chinas Wettermacher mit Silberjodidraketen ein drohendes Gewitter zum Abregnen gebracht, bevor es das Olympia-Gelände erreichte. Für Sonntag sind wieder Wolken angekündigt.
(apa/red)