China übertrumpft USA-Rekord von Athen:
Veranstalternation hält bei 39 Goldmedaillen
- US-Amerikaner holten 2004 insgesamt 36-mal Gold
- In der Leichtathletik stahl Isinbajewa allen die Show

Bereits nach zehn von 16 Wettkampftagen bei den Olympischen Spielen in Peking hat China mit 39 Goldmedaillen den Rekord der US-Amerikaner (36) von Athen 2004 übertrumpft. Die Chinesen holten durch das Tischtennis-Team der Herren, die beim 3:0-Finalsieg über Deutschland wieder einmal einen Klasseunterschied bewiesen, sowie durch die Turner Chen Yibing, He Wenna und He Kexin vier mal Gold. Die eindrucksvollste Show lieferte aber wie erwartet die russische Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa.
Nur zwei Sprünge genügten der Ausnhamekönnerin, um das "abonnierte" Gold abzuholen. Als Draufgabe, als ihre Konkurrentinnen schon lange zum Zuschauen verurteilt waren, stellte sie zunächst mit 4,95 m Olympia- und zum Abschluss mit 5,05 m noch Weltrekord auf. Es war dies bereits der 24. Weltrekord der 26-jährigen Russin.
Große Enttäuschung um Liu Xiang
91.000 Zuseher jubelten ihr zu, zehn Stunden nachdem der Leichtathletik-Tag für sie durch das verletzungsbedingte Aus ihres Superstars Liu Xiang mit einem Schock begonnen hatte. Der Hürdensprinter, Volksheld und bestverdienender Sportler Chinas, konnte wegen einer Achillessehnenentzündung nicht zum Vorlauf antreten, seinen Titel daher nicht verteidigen. Liu war Chinas größte Hoffnung auf Leichtathletik-Gold gewesen.
Einen Dreifachsieg feierten die US-Amerikaner durch Angelo Taylor, Kerron Clement und Bershawn Jackson über 400 m Hürden. Im Weitsprung, in dem erstmals in der olympischen Geschichte seit 1896 kein US-Amerikaner im Finale stand, siegte Irving Saladino aus Panama, der das erste Leichthathletik-Gold für sein Land holte.
Zweimal Gold für Kenia
Vier Medaillen, zwei davon in Gold, räumten Kenias Leichtathleten ab. Die 800 m der Frauen waren fest in afrikanischer Hand. Die Kenianerinnen Pamela Jelimo und Janeth Jepkosgei Busienei waren auch von der drittplatzierten Marokkanerin Hasna Benhassi nicht zu schlagen. Sie übertrafen damit noch ihre männlichen Kollegen Brimin Kiprop Kipruto und Richard Kipkemboi Mateelong, die Gold und Bronze gewannen. Frankreichs Mahiedine Mekhissi-Benabbad durchbrach die afrikanische Phalanx.
Gleich drei Weltrekorde in einem Wettkampf stellte der weißrussische Gewichtheber Andrej Aramnau in der Klasse bis 105 kg auf. Im vorletzten Wettbewerb der Gewichtheber gewann der 20-jährige Weltmeister die Zweikampfwertung mit 436 kg und steigerte dabei den neun Jahre alten Weltrekord des Ukrainers Denis Gotfrid um sechs Kilo. Höchstmarken gelangen dem Weißrussen auch im Reißen (200 kg) und Stoßen (236 kg).
Australier segelten am schnellsten
Das Medal-Race der Damen und Herren im 470er-Segeln wurde zur Triumphfahrt für die Australier. Elise Rechichi/Tessa Parkinson und Nathan Wilmot/Malcolm Page gewannen jeweils Gold für die Segel-Nation. Deren Landsfrau Emma Snowsill triumphierte im Triathlon. Knapp vor ihrem ersten Olympia-Gold stehen auch Brasiliens Fußballerinnen. Die Favoritinnen aus Südamerika warfen mit einem 4:1(1:1)-Halbfinalsieg Weltmeister Deutschland aus dem Titelrennen.
Ebenfalls ausgeschieden sind die Handball-Weltmeister aus Deutschland. Nach einer 21:27-Niederlage gegen Dänemark beendete das Herrenteam von Heiner Brand die Gruppe nur auf dem fünften Platz und verpasste damit den Einzug ins Viertelfinale. (apa/red)