Mittwoch, 20. August 2008

Österreich testet gegen den Weltmeister:
Länderspiel Nummer eins der Ära Brückner

  • Wichtiger Test für WM-Quali-Spiel gegen Frankreich
  • Brückner hat vor seiner Premiere ein gutes Gefühl

Das österreichische Fußball-Nationalteam bestreitet heute (ab 20.45 Uhr live auf news.at) eine Generalprobe für die WM-Qualifikation, die mehr als nur einen Fingerzeig geben kann, ob sich die ÖFB-Auswahl ernsthafte Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Endrunde 2010 in Südafrika machen darf. Auf Andreas Ivanschitz und Co. wartet im "Stade du Ray" von Nizza kein Geringerer als der regierende Weltmeister Italien, der so wie Österreich zumindest vor einem kleinen Neubeginn steht.

Auf beiden Seiten haben sich nach der EURO 2008 die Teamchefs verabschiedet. Nach dem Viertelfinal-EM-Out der "Squadra Azzurra" löste Weltmeister-Trainer Marcello Lippi den glücklosen Roberto Donadoni ab, auf der ÖFB-Trainerbank gibt nach dem Abgang von Josef Hickersberger erstmals Karel Brückner die Kommandos.

Die Frage nach einem Wunschresultat bei seiner Premiere löste beim Tschechen nur ein müdes Lächeln aus. "Ein Wunsch gehört zu Weihnachten. Ich habe Ziele und Absichten." Wenig später gab der 68-Jährige immerhin zu, mit einem Unentschieden zufrieden zu sein. "Aber nicht, wenn wir schon 3:0 geführt haben", ergänzte Brückner.

Test mit großer Bedeutung
Im Hinblick auf die erste WM-Quali-Partie am 6. September im Wiener Happel-Stadion gegen Frankreich misst der ÖFB-Teamchef dem Duell mit dem vierfachen Weltmeister große Bedeutung bei. Laut Brückner wird man gegen die Italiener wahrscheinlich mit dem gleichen System agieren wie gegen den Vize-Weltmeister. Wie genau die taktische Ausrichtung aussieht, wollte der frühere tschechische Nationalcoach natürlich nicht beantworten. "Ich weiß, mit welchem System wir spielen. Doch mein Motto ist, Informationen zu suchen und zu finden, aber nicht, sie herauszugeben. Das ist eine interne Angelegenheit."

Brückner machte am Montagnachmittag erstmals auf dem Platz Bekanntschaft mit seinen neuen Spielern und berichtete danach von positiven Eindrücken. "Selbstverständlich ist eine genaue Einschätzung noch nicht möglich. Einige Spieler habe ich vorher nicht gekannt. Aber ich habe ein gutes Gefühl", erklärte der Betreuer, der bisher nach eigenen Angaben acht Partien der ÖFB-Auswahl (die drei EM-Spiele sowie fünf Tests) auf DVD gesehen hat, und meinte schmunzelnd: "In zehn Jahren kann ich mehr sagen."

Sein Assistent Andreas Herzog würde es freilich begrüßen, wenn herzeigbare Resultate und starke Leistungen schon weit früher geschafft werden - am besten gleich gegen Italien. "Im Hinblick auf das Frankreich-Match ist das Spiel gegen Italien ein guter Test, denn die Italiener sind genauso stark wie die Franzosen", betonte der 39-jährige Wiener.

"Für höhere Aufgaben empfehlen"
Gerade in Partien gegen so hochkarätige Gegner bekommt man laut Herzog vor Augen geführt, wer sich aus dem Kreis der ÖFB-Internationalen für höhere Aufgaben empfiehlt. "Jetzt wird man sehen, wer es schafft, sich gegen solche Gegenspieler durchzusetzen und wer eben nicht", rief der österreichische Rekord-Teamspieler gleichsam eine Qualifikation für die Teilnahme an der WM-Qualifikation aus.

Aufgrund des Heimrechts im Spiel gegen Frankreich könne man den WM-Quali-Auftakt zwar nur bedingt mit dem Testspiel in Nizza vergleichen, "aber auch ein ausverkauftes Haus im Rücken ändert nichts daran, wie man sich in Zweikämpfen verhält", mahnte Herzog. Die Tatsache, dass die italienische Serie A erst in zehn Tagen startet und die dortigen Oberhaus-Clubs daher noch in der Vorbereitung stecken, will der Assistent nicht als Vorteil für die ÖFB-Auswahl sehen. "Juventus (Anm: Die Turiner stellen fünf aktuelle Teamspieler) und Fiorentina haben schon Champions-League-Qualifikation gespielt. Außerdem haben die Italiener einen neuen Teamchef, da will sich jeder beweisen", erklärte Herzog.
(apa/red)

20.8.2008 06:09