Lippi glaubt nicht an einen Spaziergang:
Zweite Teamkarriere soll mit Sieg beginnen
- Respekt vor Brückner und Österreichs EM-Leistungen
- Italiens Nationaltrainer hat 13 Weltmeister im Kader
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Marcello Lippi ist gewarnt. Sein erster Einstand als Teamchef der italienischen Fußball-Nationalmannschaft ging am 18. August 2004 in Reykjavik mit einem 0:2 gegen Island völlig in die Hosen, eine ähnliche Blamage will sich der 60-Jährige bei seinem zweiten Einstand gegen Österreich ersparen. "Dieses Mal möchte ich mit einem schönen Sieg starten", meinte Lippi über seine Erwartungen.
Deshalb forderte der Weltmeister-Coach von 2006 von seinen Schützlingen gegen die ÖFB-Auswahl "volle Konzentration" und warnte: "Dieses Spiel wird kein Spaziergang." Seinen Respekt vor Andreas Ivanschitz und Co. begründete Lippi zum einen mit den Qualitäten des neuen ÖFB-Teamchefs Karel Brückner, den er als "herausragende Persönlichkeit" mit einer "modernen Fußball-Philosophie" bezeichnete, und zum anderen mit den Leistungen der Österreicher bei der EURO 2008. Dort seien die Gastgeber zwar unglücklich ausgeschieden, dafür hätten ihm deren "Siegeswillen, Entschlossenheit, Aufopferungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit" imponiert.
Teamrücktritt sofort bereut
Dass er selbst die Europameisterschaft vor dem TV-Gerät mitverfolgen musste, hatte Lippi ausschließlich sich selbst zuzuschreiben, schließlich nahm er nach dem WM-Titel in Deutschland überraschend den Hut - eine Entscheidung, die er noch heute bereut. "Mir hat es sofort leidgetan, dass ich die Nationalmannschaft verlassen habe. Danach habe ich oft zu mir gesagt, was für ein Idiot ich war. Das Gratis-Eis und die Gratis-Zigarren haben mich genauso wenig interessiert wie die Angebote von großen Clubs. Ich wollte einfach nur zurück", gab der Trainer zu.
In seiner ersten Ära als c.t. ("commissario tecnico") hatte der ehemalige Langzeit-Juventus-Trainer in 29 Partien bei 18 Siegen nur zwei Niederlagen gegen Island und Slowenien hinnehmen müssen. Von 9. Oktober 2004 bis zum WM-Finale am 9. Juli 2006 gegen Frankreich blieb Lippi mit seiner Squadra dann ungeschlagen.
13 Weltmeister im Aufgebot
Immerhin ist nun die Freude über sein Comeback umso größer. "Dieses Mal wird es noch fantastischer", prophezeite Lippi, der in seinen ersten 20-Mann-Kader gleich 13 Weltmeister um sich scharte. Und es wären wohl noch mehr gewesen, hätten nicht Fabio Cannavaro, Luca Toni oder Marco Materazzi verletzungsbedingt absagen müssen.
"Auch wenn sie für immer in meinem Herzen sein werden: Die Weltmeister sind nicht im Aufgebot, weil sie Weltmeister sind. Sie sind hier, weil sie es verdienen", betonte der Nachfolger von Roberto Donadoni, dessen "Squadra Azzurra" mit einem Auswärtsspiel auf Zypern am 6. September und einem Heimspiel gegen Georgien vier Tage später in die WM-Qualifikation startet.
(apa/red)
