Serie-A-Legionäre freuen sich auf Italien:
EURO-Trotzreaktion der Squadra erwartet
- "Besseren Gegner können wir uns nicht wünschen"
- Garics erwartet besseres Team als bei der EURO

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György Garics und Jürgen Säumel sehen dem Testspiel gegen Italien mit besonderer Vorfreude entgegen. Beide sind in der Serie A engagiert und wollen mit starken Leistungen einen besonderen Eindruck in ihrer Wahlheimat hinterlassen.
Für Garics, der nach der EURO 2008 von Napoli zu Atalanta Bergamo wechselte, bedeutet das Duell mit dem regierenden Weltmeister einen optimalen Test für die anstehende WM-Qualifikation, in der es im September gegen Frankreich und Litauen geht: "Es wird ein schwieriges Spiel, aber einen besseren Gegner können wir uns nicht wünschen, denn in rund zwei Wochen spielen wir gegen eine Mannschaft (Anm.: Frankreich), die um nichts schlechter ist als Italien."
Der Defensivspieler erwartet von der "Squadra Azzurra" eine Trotzreaktion für das Ausscheiden im EURO-Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien. "Wir werden sicher ein besseres italienisches Team sehen als bei der EM", prophezeite der Ex-Rapidler und bezeichnete die Italiener als "gut organisiert und taktisch perfekt vorbereitet."
Garics mit Bergamo zufrieden
Mit den Vorzügen des italienischen Fußballs durfte Garics schon zwei Jahre lang bei Napoli Bekanntschaft machen, zunächst in der zweiten Liga, in der vergangenen Saison dann in der Serie A. Seinen Transfer nach Bergamo sieht der 14-fache Internationale (1 Tor) positiv. "Ich bin bisher glücklich und erfreut über den Wechsel. Ich habe einen Verein, der viel Geld für mich bezahlt hat, und einen Trainer, der mich wollte, vorgefunden. Das sind die wichtigsten Faktoren für einen Spieler."
Die Stimmung bei Serie-A-Partien im norditalienischen Bergamo sei praktisch um nichts schlechter als am Vesuv im Süden Italiens. "Was die Fans betrifft sagt man, dass Bergamo die wärmste Stadt Norditaliens ist, weil die Anhänger so fanatisch wie im Süden sind", behauptete der 24-jährige gebürtige Ungar, nach dessen Meinung der österreichische Fußball in Italien aufgrund der Auftritte bei der Heim-Europameisterschaft "nicht mehr so belächelt wird wie früher".
Während Garics in Atalantas 4-4-2-System als rechter Außenverteidiger vorgesehen ist, darf Säumel beim FC Torino mit einem Platz halblinks im Mittelfeld in einer 4-3-3-Aufstellung hoffen. "Das ist kein großer Unterschied zu Sturm", meinte der Steirer, der die Grazer im Sommer in Richtung Turin verlassen hat. "Es kann nur von jedem Österreicher das Ziel sein, im Ausland zu spielen. Das ist eine andere Welt", schwärmte der Mittelfeldspieler über seine ersten Eindrücke. Ein wesentlicher Unterschied zwischen italienischen und österreichischen Club-Mannschaften sei, "dass in Italien nahezu 25 gleichwertige Spieler im Kader stehen. Das Leistungsgefälle ist nicht so groß wie in Österreich".
Säumel glaubt an Überraschung
Säumel spekuliert gegen Italien mit einer Überraschung: "Ich glaube, dass wir gute Chancen haben, weil die Italiener noch in der Vorbereitung sind. Sie haben zwar einen neuen Teamchef, da wollen sich die Spieler sicher beweisen, aber wir müssten spritziger sein." Außerdem sieht der 14-fache Teamspieler sich und seine Kollegen auch aufgrund der EM-Erkenntnisse besser für ein Aufeinandertreffen mit einer Weltklasse-Mannschaft gerüstet. "Die EURO war eine unheimlich wichtige Erfahrung, wir sind enorm unter Druck gestanden. So schnell wird mich jetzt glaube ich nichts mehr aus der Ruhe bringen", sagte der Steirer.
Der neue Teamchef Karel Brückner könnte möglicherweise einen Extra-Kick geben, vermutet Säumel. "Es ist immer eine besondere Situation, wenn ein neuer Trainer kommt. Er findet eine Mannschaft vor, die Entwicklungspotenzial hat." Auch Garics erhofft sich Fortschritte des ÖFB-Teams unter dem Tschechen. "Man wird sehen, welchen Einfluss er auf uns haben wird."
(apa/red)
