Montag, 25. August 2008

65 Tote bei Flugzeugabsturz in Kirgistan:
Behörden schließen Terroranschlag aus

  • Kurz nach dem Start erleidet Maschine Druckverlust
  • Opfer laut Regierung großteils iranische Staatsbürger

Bei dem Absturz einer Boeing 737 in Kirgistan sind nach offiziellen Angaben 65 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl gab der kirgisische Ministerpräsident Igor Tschudinow am Montag bekannt, nachdem er am Vorabend von 68 Toten gesprochen hatte. Laut Tschudinow waren unter den Todesopfern 41 Iraner.

22 Verletzte würden in Krankenhäusern behandelt, drei weitere seien nach einer medizinischen Versorgung nach Hause zurückgekehrt. Das Flugzeug war auf dem Weg von Bischkek in die iranische Hauptstadt Teheran, als es kurz nach dem Start abstürzte und in Flammen aufging. Der kirgisische Staatschef Kurmanbek Bakijew ordnete Staatstrauer an.

Itek Air auf schwarzer Liste
Tschudinow äußerte sich während eines Treffens mit Bakijew, das im Fernsehen übertragen wurde. Seinen Angaben zufolge saßen in dem Flugzeug 83 Passagiere, sechs Besatzungsmitglieder und ein Vertreter der iranischen Fluglinie Aseman Air, die das Flugzeug der kirgisischen Gesellschaft Itek Air gechartert hatte. Itek Air steht wegen mangelnder Sicherheit auf der "schwarzen Liste" der EU und darf nicht in der Europäischen Union landen.

Den offiziellen Angaben zufolge waren unter den Überlebenden elf Iraner. Alle anderen Ausländer an Bord starben: 41 Iraner, drei Kasachen, zwei Kanadier, ein Türke und ein Chinese. Auch drei Besatzungsmitglieder waren unter den Toten. Laut Tschudinow lagen der Staatsanwaltschaft bereits die Flugschreiber vor. Die Ermittlungen würden sehr bald aufgenommen, sagte der Regierungschef.

Das Unglück in dem zentralasiatischen Land ereignete sich am Sonntagabend nur zehn Minuten nach dem Start in der Hauptstadt Bischkek. Es war die schlimmste Flugzeugkatastrophe in der Geschichte der ehemaligen Sowjetrepublik. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich auch Feuerwehrleute und Ärzte eines US-Luftwaffenstützpunktes, der einen Teil des Geländes des Manas-Flughafens in Bischkek nutzt.
(apa/red)

25.8.2008 14:15