Sonntag, 24. August 2008

Lawinenabgang auf dem Mont Blanc: Unter Vermissten befinden sich fünf Österreicher

  • Gefährliches Gelände: Suche vorerst abgebrochen
  • Insgesamt werden noch zehn Bergsteiger vermisst

Auf dem Mont Blanc du Tacul, einem der Mont Blanc-Nebengipfel, werden seit Sonntag früh fieberhaft fünf Österreicher vermisst, die von einer Lawine verschüttet wurden. Insgesamt gelten zehn Menschen als vermisst. Die Chancen für eine Rettung stehen schlecht, da die Suche am Nachmittag abgebrochen werden musste, weil es in dem Gelände zu gefährlich ist, berichtete das Außenministerium.

Unter den Verschütteten sind neben fünf Österreichern auch drei Schweizer und weitere zwei Personen, von denen man die Nationalität noch nicht kennt. Die österreichischen Alpinisten - wahrscheinlich Tiroler - waren mit einer größeren Gruppe mit Franzosen, Italienern und Schweizern unterwegs.

In einer Höhe von etwa 3.600 Meter löste sich ein Eisblock, der beim Runterrutschen immer größer wurde. Am Ende sei es eine 200 Meter lange und 50 Meter breite Lawine gewesen, berichtete die AFP. Rettungskräfte konnten acht der Bergsteiger - Franzosen und Italiener - aus tiefem Schnee ausgraben, andere konnten sich selbst befreien. Sie wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei in Annecy mit.

Rettungskräfte suchten mit Hubschraubern und Spürhunden nach den zehn Vermissten. Bei den Österreichern handelt es sich laut österreichischem Außenministerium um den Tiroler Bergführer Stefan E. und vier weiteren Personen. Ob diese ebenfalls aus Tirol stammen, stand Sonntagnachmittag noch nicht fest. Der rund 4.250 Meter hohe Mont-Blanc du Tacul, der zum Mont-Blanc-Massiv gehört, ist bei Bergsteigern sehr beliebt.

Erst Anfang August entgingen die österreichischen Alpinisten Christian Stangl und Thomas Strausz am K2 knapp dem Tod. Bei einer Eislawine kamen elf Menschen ums Leben. Die beiden Österreicher hatten sich direkt hinter den betroffenen Gruppen befunden. (apa/red)

24.8.2008 17:01