Sonntag, 24. August 2008

Hunderte Menschen trauerten um Michelle:
Suche nach Mörder weiter auf Hochtouren

  • Andacht in Leipziger Kirche zahlreich besucht worden
  • Polizei kann nach wie vor keine heiße Spur aufweisen

Mehrere hundert Menschen haben bei einer kirchlichen Andacht in Leipzig der ermordeten achtjährigen Michelle gedacht. In der Trinitatiskirche im Osten Leipzigs nahe dem Wohnort von Michelle versammelten sich rund 350 Leipziger, darunter zahlreiche junge Menschen. Viele zündeten Kerzen an und stellten sie vor den Altar, wo Zeitungsausschnitte mit Bildern von Michelle lagen.

Pfarrer Sebastian Rebner sagte zu Beginn des halbstündigen Gedenkens: "Jetzt können die Tränen fließen. In uns ist neben der Traurigkeit auch Wut und Verzweiflung und unendliche Ratlosigkeit." Er rief die Trauernden dazu auf, sich gegenseitig zu unterstützen und zu beten. Michelle war am vergangenen Donnerstag tot gefunden worden. Einige jüngere Leute nutzten die Veranstaltung für Forderungen nach einem schärferen Vorgehen des Staates gegen Sexualstraftäter. Auch an den nächsten Abenden soll in der Trinitatiskirche gebetet und an das ermordete Mädchen erinnert werden.

Fieberhafte Suche nach dem Mörder
Die Fahndung nach dem Mörder läuft unterdessen weiter auf Hochtouren. Dabei überprüft die Polizei wie schon bisher bereits bekannte Sexualstraftäter. Eine heiße Spur gebe es jedoch nicht, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Damit wies er einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück, die in Phantombild eines Mannes veröffentlicht hatte. Er soll vor vier Monaten ein elfjähriges Mädchen in der Gegend belästigt haben. Laut "Bild" könnte er im Zusammenhang mit dem Mord an der kleinen Michelle stehen. "Natürlich ist das eine Spur, aber nur eine Spur von vielen", sagte Voigt.

(apa/red)

24.8.2008 14:06