Fünf Millionen Euro Lösegeld für Geiseln?
Sahara-Geiseln angeblich vor Freilassung
- Außenministerium dementiert Bericht der "Krone"
- Al-Kaida-Splittergruppe Drahtzieher der Geiselnahme

·Männer hinter der
"Al Kaida im Maghreb"
Wer sind die Entführer und ihre Mitstreiter?
·Sahara-Geiseln sind endlich wieder frei
Eine Chronologie: Von der Entführung bis heute
·Al-Kaida-Gruppe im Islamischen Maghreb
Ableger des Terror- netzwerks in Nordafrika
Die beiden Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber könnten gegen eine Lösegeldzahlung in Höhe von fünf Mio. Euro noch vor dem Nationalratswahlen am 28. September frei kommen. Das berichtet die "Kronen-Zeitung". Seitens des Außenministeriums in Wien wurde der Bericht dementiert.
In einer Aussendung des Ministeriums hieß es: "Der Krisenstab, der die laufenden Bemühungen um die Freilassung und sichere Rückkehr von Frau Andrea Kloiber und Herrn Wolfgang Ebner leitet, stellt fest, dass die Inhalte des Beitrages in der morgigen Ausgabe der Kronen Zeitung unzutreffend sind und jeglicher Realität entbehren."
Die "Krone" schrieb in der Abendausgabe, laut ihr vorliegenden Informationen sei bei den Verhandlungen ein Durchbruch erzielt worden. Noch diese Woche sollen vier Unterhändler von Wien nach Bamako reisen, der Hauptstadt von Mali. Drahtzieher der Geiselnahme ist eine Al-Kaida-Splittergruppe.
"Dementiermaschinerie" läuft an
Die Übergabe der Summe werde über Mittelsmänner des Präsidenten von Mali, Amadou Toumani Toure, abgewickelt, so die "Krone". Das Geld werde für verschiedene, in die Aktion involvierte Gruppen aufgewendet. Nach Berichten arabischer und afrikanischer Medien sei Österreich bereit gewesen, bis zu sieben Millionen US-Dollar (4,97 Mio. Euro) zu bezahlen.
Nach außen allerdings werde aber versucht, strengstes Stillschweigen zu bewahren. "Im Hintergrund läuft bereits die Dementiermaschinerie an, wonach 'niemals Lösegeld bezahlt wird'. So hat es sich auch in vergleichbaren Fällen in Deutschland verhalten", schrieb die "Kronen-Zeitung".
Mangelnde Vorsicht der Diplomaten
Dass im österreichischen Fall die Summe nunmehr bekanntgeworden sei, liege an einigen technischen Pannen bzw. an der mangelnden Vorsicht einiger in die Aktion involvierter Diplomaten. "Diese haben zwar über abhörsichere Telefone verfügt, aber dann über normale Telefonleitungen aus dem Hotel den Kontakt mit ihren vorgesetzten Dienststellen aufgenommen."
Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner waren um den 22. Februar dieses Jahres während einer Wüstentour im Süden Tunesiens an der Grenze zu Algerien von der "Al Kaida im Islamischen Mahgreb" als Geisel genommen worden. Die Entführer hatten anfangs die Freilassung aller in Tunesien und Algerien inhaftierten Mitglieder der Al Kaida-Gruppierung gefordert.
(apa/red)
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