Mittwoch, 20. August 2008

Ein Tag nach Terrorakt in Algerien: Wieder Bombenanschläge auf Hotel und Kaserne

  • Al-Kaida-Ableger wird hinter Anschlägen vermutet
  • Opferzahlen: 11 Tote, 31 Verletzte durch Autobombe

Einen Tag nach dem blutigen Terrorakt in Algerien ist das nordafrikanische Land erneut von einem Anschlag erschüttert worden. Vor einem Hotel und einer Kaserne in der südöstlich von Algier gelegenen Stadt Bouira explodierten zwei Autobomben. Nach ersten Rundfunkberichten wurden mindestens elf Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten wurde mit 31 angegeben. Bei dem Anschlag am Dienstag waren vor einer Polizeischule 43 Menschen ums Leben gekommen.

Hinter den Terroranschlägen wird der nordafrikanische Ableger des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida, die aus der fundamentalistischen Terrorgruppe GSPC ("Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf") hervorgegangene "Al-Kaida des Islamischen Maghreb" vermutet. Bei Autobombenanschlägen in der Hauptstadt Algier waren im Dezember 2007 über 50 Menschen ums Leben gekommen.

Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika hatte den Islamisten vorgeworfen, seine Politik der nationalen Versöhnung zu torpedieren. Um einen Erdrutschsieg der Islamischen Heilsfront FIS bei den ersten pluralistischen Wahlen in Algerien Ende 1991 zu verhindern, hatte das Militär den Urnengang abgebrochen, den Ausnahmezustand verhängt und die islamistische Partei verboten. Dies führte zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg mit schätzungsweise 200.000 Toten. (apa/red)

20.8.2008 11:20