Dienstag, 19. August 2008

Tropensturm Fay zog über Florida hinweg: Hurrikan-Warnungen wieder aufgehoben

  • Heftiger Regen und Sorge vor Überschwemmungen
  • Stromausfall: Zehntausende Haushalte im Dunklen

Der Tropensturm "Fay" ist über den US-Staat Florida hinweggezogen, hat aber nicht wie befürchtet Hurrikan-Stärke erreicht. Mit Windgeschwindigkeiten von knapp 100 Kilometern pro Stunde zog "Fay" von Naples langsam in nordöstlicher Richtung weiter. In Erinnerung an den verheerenden Hurrikan "Charley", der die Region 2004 getroffen hatte, blieben Schulen und viele Geschäfte geschlossen. Alle Hurrikan-Warnungen wurden zwar aufgehoben, Sorge bereitete den Behörden aber die Gefahr von Überschwemmungen.

Meteorologen sagten bis zu 25 Zentimeter Regen in Folge des Sturms und mögliche Tornados voraus. In Naples galt eine Ausgehsperre. Der Wind peitschte heftigen Regen durch die leeren Straßen, größere Schäden wurden zunächst nicht verzeichnet. Vereinzelt wurden Straßen überschwemmt, und Palmwedel sowie kleinerer Unrat wurden auf die Straßen geweht. Die Meteorologen rechneten mit einer weiteren Abschwächung des Sturms.

In der Tampa Bay hoben die Behörden in drei Bezirken Aufforderungen zur Räumung von Wohncontainer-Siedlungen auf. Im Süden des Staates fiel in etwa 58.000 Haushalten und Unternehmen der Strom aus, wie die Elektrizitätswerke mitteilten.

Zuvor hatte "Fay" die Inselkette der Florida Keys im Süden des Staats passiert, nach Behördenschätzungen hatten 25.000 Menschen das Gebiet zuvor verlassen. Über Schäden dort lagen zunächst keine Berichte vor. In der Karibik kostete "Fay" mindestens 14 Menschen das Leben, wie die Behörden in Haiti am Montagabend mitteilten. Unter den Opfern befanden sich nach UN-Angaben auch zwei Säuglinge, die in Haiti beim Sturz eines überfüllten Busses in einen hochwasserführenden Fluss ums Leben kamen.

Nach starken Regenfällen sind im Süden des US-Staats Texas etwa 750 Häuser überflutet worden. Rettungskräfte brachten Bewohner mit Booten in Sicherheit, Notunterkünfte wurden eingerichtet. In Teilen von Starr County waren zuvor 33 Zentimeter Regen gefallen. In einigen Vierteln der Kleinstadt Roma stand das Wasser mehr als einen Meter hoch. Weil ein Highway gesperrt wurde, war Roma vorübergehend praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Nicht einmal Rettungsfahrzeuge durften die Straße passieren. In Roma leben etwa 10.000 Menschen. Später ging das Hochwasser zurück, und der Highway wurde wieder für den Verkehr geöffnet.

(apa/red)

19.8.2008 20:00