Montag, 18. August 2008

Erneuter Angriff philippinischer Rebellen:
Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben

  • Häuser niedergebrannt und Geschäfte geplündert
  • General Yano sprach von "faktischer Kriegserklärung"

Muslimische Rebellen haben im Süden der Philippinen erneut mehrere Dörfer angegriffen und mindestens 16 Menschen getötet. Sie brannten in den Provinzen Lanao del Norte und Sarangani auf der Insel Mindanao Häuser nieder, plünderten Geschäfte, überfielen Banken und richteten Verwüstungen an.

In einem Ort hätten die Rebellen wahllos auf die Einwohner geschossen. General Alexander Yano sprach von einer "faktischen Kriegserklärung" der Rebellen an die Regierung. Der Generalstabschef sagte vor Journalisten in Manila, die Streitkräfte würden militärische Maßnahmen ergreifen, diese Gewalttaten zu stoppen. Infolge der Attacken sei es zu erneuten heftigen Kämpfen zwischen der "Moro Islamischen Befreiungsfront" (MILF) und Regierungstruppen gekommen. Tausende Einwohner flüchteten.

160.000 mussten fliehen
Am Sonntag waren auf Mindanao vier Soldaten und drei Milizionäre aus dem Hinterhalt erschossen worden. Noch bis vor wenigen Tagen war es im Süden der Philippinen zu heftigen Gefechten zwischen dem Militär und Kämpfern der MILF gekommen. Bei den Kämpfen waren mehr als 50 Menschen getötet worden. Fast 160.000 Bewohner waren aus dem Kampfgebiet geflohen.

Die MILF kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen muslimischen Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Die Moros, eine Sammelbezeichnung für verschiedene ethnisch verwandte Sprach- und Volksgruppen, leben vor allem auf der Insel Mindanao. 1976 hatte der damalige philippinische Diktator Ferdinand Marcos den 13 Südprovinzen, in denen die Minderheit lebt, eine Autonomie zugesichert. (apa/red)

18.8.2008 14:18