Montag, 18. August 2008

Tausende Polizisten im Einsatz: Angst vor Anschlägen an afghanischem Feiertag

  • Unabhängigkeitstag verlief aber ohne Zwischenfälle
  • Zehn Tote bei einem Attentat im Osten des Landes

Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen hat Afghanistan seinen Unabhängigkeitstag gefeiert. Rund 100 Politiker und Diplomaten nahmen an einer Zeremonie auf dem abgeschirmten Gelände des Verteidigungsministeriums in Kabul teil. Der Ort der Feierlichkeiten war bis zuletzt geheim gehalten worden. Bis zum Abend gab es in der Hauptstadt trotz einer US-Warnung vor Anschlägen keine größeren Zwischenfälle. Bei einem Anschlag im Osten des Landes kamen unterdessen zehn Menschen ums Leben.

Aus Furcht vor Anschlägen wurden in Kabul mehr als 7.000 Polizisten in Alarmbereitschaft versetzt. Das Innenministerium sprach vom größten Sicherheitseinsatz in Kabul seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001. Die Polizisten sollten Gebäude und Fahrzeuge in der Hauptstadt durchsuchen und so "jegliche Störmanöver des Feindes" verhindern, erklärte das Innenministerium. Im April hatten Aufständische bei einer Militärparade in Kabul das Feuer auf die Ehrengäste, darunter auch Präsident Hamid Karzai, eröffnet.

Vor Beginn der Zeremonie warnte der Oberkommandant der US-Streitkräfte in Afghanistan, Generalmajor Jeffrey Schloesser, öffentlich vor möglichen Anschlägen. Aus "glaubwürdigen Geheimdienstinformationen" gehe hervor, dass Aufständische Angriffe auf zivile, militärische und behördliche Ziele planten. Die explizite öffentliche Warnung galt als ungewöhnlich. Mitarbeiter der Vereinten Nationen wurden nach Angaben eines Sprechers angewiesen, am Montag aus Sicherheitsgründen von zu Hause aus zu arbeiten.

10 Tote bei Anschlag
Bei einem Selbstmordanschlag vor einem US-Stützpunkt im Osten Afghanistans wurden zehn Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Der Attentäter brachte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug vor der Militärbasis in der Stadt Chost zur Explosion, wie der Gouverneur der Provinz Chost mitteilte. Bei den Opfern handelt es sich demnach um afghanische Arbeiter, die vor den Toren auf Einlass warteten.

Bei einem Angriff Aufständischer wurde unterdessen im Süden Afghanistans nach NATO-Angaben ein britischer Soldat getötet. Bei einem Bombenanschlag in der östlichen Provinz Nangarhar wurden nach Behördenangaben am späten Sonntagabend zwei Polizisten getötet.

(apa/red)

18.8.2008 18:48