Startschuss für die Fernseh-Debatten:
Ingrid Thurnher über ihre Rolle in dem Duell
- NEWS: Haider und Strache als Auftakt & Höhepunkt
- Ingrid Thurnherr: "Ich werde ungültig wählen"

·Haider: "Fußfesseln für Aslywerber"
BZÖ-Spitzenkandidat im FORMAT-Interview
·NEWS-Sonntagsfrage:
ÖVP stürzt auf 27% ab
Haider schlägt Strache im
direkten Duell um Längen
·IHRE MEINUNG zur anstehenden Wahl!
Wen werden Sie am 28. September 2008 wählen?
Viele ZuseherInnen, so hat Ingrid Thurnher schon zu hören bekommen, erwarten bereits für das erste "Duell" heute zwischen Jörg Haider (BZÖ) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) den Höhepunkt der TV-Debatten. Entsprechend gut vorbereitet geht die ORF-Moderatorin an den Start. Immerhin, so zeigt die NEWS-market-Umfrage, wollen drei Viertel der Befragten mindestens eine TV-Debatte verfolgen. Thurnher selbst wird jedoch keine Entscheidung treffen, offenbart sie im NEWS-Interview: "Ich gebe einen ungültigen Stimmzettel ab."
NEWS: Trotz aller Erfahrung als Moderatorin: Sind Sie nervös, wenn das erste TV-Duell startet?
Thurnher: Nervös ist das falsche Wort, ich weiß ja, wie es das letzte Mal war, es gab die intensive Vorbereitung, und jetzt will ich "aus den Startlöchern". Was soll schon passieren? Es geht ja nicht ums Leben.
NEWS: Wie haben Sie sich vorbereitet?
Thurnher: Das vierköpfige Team und ich, wir haben überlegt: Was wird das für ein Wahlkampf, welches Thema spielt eine Rolle und so weiter. Ich habe mir alle Konfrontationen der letzten Wahl zweimal nacheinander angeschaut. Das war "Hardcore", aber es hatte auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor. Und ich habe Verbesserungspotenzial gefunden. Auch aufseiten der Politiker, wo man genau den Punkt merkt, wo der Plan, den sie hatten, in sich zusammenbricht und entweder die Emotion oder der Widerstand sie übermannt und das stärker wird als alle Disziplin und jeder Plan. Das ist aus der zeitlichen und inhaltlichen Distanz schon interessant.
NEWS: Wir hören von Politik- oder Politikerverdrossenheit - und doch ist das Interesse an Information und TV-Debatten groß. Ein Widerspruch?
Thurnher: Die Leute sind verdrossen, wenn sie hören und sehen, es geht nichts weiter, die streiten nur. Aber in einer Vorwahlzeit, noch dazu, wenn sie so komprimiert ist und so viele unentschlossen sind, sind die Leute bereit, sich das anzuhören. Ich möchte die Trennlinien bei Themen klarmachen, aber, und das ist ebenso spannend, die Gemeinsamkeiten herausfiltern. Das wird wichtig, wenn die Koalitionsmöglichkeiten offen sind.
NEWS: Wie oft können Sie nachhaken, bis das von Zusehern als unangemessen kritisiert wird?
Thurnher: Es gibt die Reaktionen, wenn man zu hart dranbleibt, aber auch, wenn man es nicht tut. Man sollte das Publikum nicht unterschätzen: Es ist entlarvend, wenn ein Politiker immer wieder ausweicht. Die Leute ziehen ihre Schlüsse daraus.
NEWS: Wenn die Mikros abgeschaltet sind: Erleben Sie da manchmal argen Zynismus?
Thurnher: Na sicher. Ganz allgemein gesprochen: Die letzte Runde der Klubobleute war teilweise in einem Ausmaß von sich überzeugt, dass sie danach meinten, sie müssten für ihre Performance Eintritt verlangen. Vielleicht nicht ganz ernst gemeint.
NEWS: Sind Sie Wechselwählerin?
Thurnher: Ich war es. Aber seit ich Wahlsendungen moderiere, gehe ich zur Wahl und gebe einen ungültigen Stimmzettel ab. Ich möchte unbelastet von meiner eigenen Wahlentscheidung in diese Konfrontationen gehen. Ich möchte vor mir und dem Publikum sagen können: Ich bin wirklich objektiv.
Das gesamte Interview lesen Sie im aktuellen NEWS 34/2008.
