Mittwoch, 20. August 2008

Österreicher wissen nicht, wen sie wählen sollen: Erst 38 % haben sich entschieden

  • Ebenso viele sind für Stimmabgabe noch unschlüssig
  • Über 50-Jährige haben die klarsten Vorstellungen

Erst 38 Prozent der Österreicher haben "fest entschieden", welcher Partei sie bei der Nationalratswahl am 28. September ihre Stimme geben werden. Bei ebenso vielen ist das "noch ganz unbestimmt". Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor. 18 Prozent haben eine ungefähre Vorstellung, sechs Prozent machten zu der Frage keine Angaben.

IMAS hat in der ersten Augusthälfte telefonische Interviews mit 1.000 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Österreicher über 50 Jahre die vergleichsweise klarste Vorstellung von ihrem Wahlverhalten haben: 44 Prozent von ihnen wissen, wem sie bei der Nationalratswahl die Stimme geben werden. Am Unschlüssigsten sind nicht etwa die Jungwähler, sondern die Angehörigen der Altersgruppe von 30- bis 49, in der 43 Prozent noch nicht wissen, was sie am Stimmzettel ankreuzen sollen.

SPÖ-Anhänger mit höchster Wahlabsicht
Nach politischen Lagern betrachtet ist die Festigkeit der Wahlabsicht bei den SPÖ-Anhängern mit 58 Prozent um eine Spur größer als bei den übrigen Parlamentsparteien. Ihrer Sache sehr unsicher sind sich hingegen noch die Anhänger der in der Umfrage als "andere Partei" bezeichnete Kategorie, in der die Liste Dinkhauser, das Liberale Forum und die übrigen Kleinparteien zusammengefasst wurden. Nur 37 Prozent von ihnen sind bereits fest entschlossen, eine dieser Gruppierungen zu wählen. IMAS schließt daraus, dass es vor dem 28. September noch zu erheblichen "Verformungen" der politischen Landschaft kommen wird.

34 Prozent trauen der Liste Dinkhauser zu, dass sie den Einzug ins Parlament - die nötigen Unterstützungserklärungen vorausgesetzt - schaffen wird, vom LIF glauben das nur 18 Prozent. Sechs Prozent gehen davon aus, dass beide Parteien über die Vier-Prozent-Hürde kommen werden. 27 Prozent sprechen beiden Gruppierungen jegliche Erfolgsaussicht ab.

Das zu den derzeit nicht im Nationalrat vertretenen Parteien tendierende Gesamtpotenzial gibt IMAS derzeit mit sieben bis neun Prozent der Wahlberechtigten an, es handle sich aber nur um grobe Richtwerte. SPÖ und ÖVP befänden sich in einem Überschneidungsbereich von etwa 27 bis 29 Prozent. Die FPÖ könnte gegenwärtig mit 17 bis 19 Prozent der Stimmen rechnen, das BZÖ mit rund sechs bis acht Prozent. Die Grünen stuft das Institut aktuell bei zwölf bis 14 Prozent ein.

(apa/red)

20.8.2008 12:04