Mittwoch, 20. August 2008

ÖVP-Teile machen gegen Kdolsky mobil:
"Will sie in der Regierung nicht mehr sehen"

  • Wiener Abgeordneter zieht gegen Ministerin ins Feld
  • Buchinger: Wahrscheinlich wieder Große Koalition

Die Aussage von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky, auch in der nächsten Periode für das Regierungsamt zur Verfügung zu stehen, wird von Teilen der ÖVP nicht goutiert. Der immer kritikfreudige Wiener Abgeordnete Ferdinand Maier zieht gegen seine Parteikollegin ins Feld: "Ich will sie in der nächsten Regierung nicht mehr sehen", sagt er - und glaubt zu wissen, dass dies auch die Meinung "ganz vieler Österreicher" sei.

Maier wirft Kdolsky im "Kurier" vor, dass sie "eine derart negative Stimmung unter unseren Funktionären und Parteimitgliedern ausgelöst hat". Kdolsky war nach der Wahl 2006 von Parteichef Wilhelm Molterer als Quereinsteigerin ins Gesundheitsministerium geholt worden. Bei der Nationalratswahl am 28. September kandidiert sie nicht mehr.

Der zweite "bunte Vogel" der gescheiterten Regierung, Sozialministerin Erwin Buchinger (S) - der sich ebenfalls nicht um ein Mandat bewirbt, aber gerne in der Regierung bliebe - geht davon aus, dass nach der Wahl "wahrscheinlich wieder eine Große Koalition übrig bleiben" wird. Wobei er in der ÖVP auf eine Ende des "unsäglichen Schüssel-Molterer-Kurses" hofft. Seine wirkliche Präferenz wäre freilich Rot-Grün, was sich aber höchstwahrscheinlich nicht ausgehen wird, erklärte Buchinger dem "Kurier".

(apa/red)

20.8.2008 07:45