Sonntag, 24. August 2008

Eurofighter bringen Darabos in Bedrängnis:
ÖVP schließt Misstrauensantrag nicht aus

  • Bartenstein für "parlamentarische Konsequenzen"
  • Pilz kündigt Grünen-Antrag bereits für September an

Die ÖVP nützt den Eurofighter-Bericht des Rechnungshofes für den Wahlkampf. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein erklärte gegenüber der "Presse" (Montag-Ausgabe), dass er "parlamentarische Konsequenzen" bei Verteidigungsminister Norbert Darabos erwarte - und wollte auch einen Misstrauensantrag der ÖVP gegen Darabos nicht ausschließen. Jedenfalls rechnete er mit einer Sondersitzung des Nationalrates vor der Wahl.

Der RH-Bericht gehe "weit über unsere Befürchtungen hinaus", sagte Bartenstein. Und ergänzte, dass ein ÖVP-Minister nach so einem Bericht abtreten hätte müssen.

Bartenstein hat sich schon mehrfach gegen die Fortsetzung der Großen Koalition ausgesprochen - und erklärte gegenüber der "Presse": "Es gibt nur wenige, die auf eine Neuauflage der Großen Koalition setzen." Ihm sei "jede andere Alternative" lieber.

Spindelegger und Pilz ebenfalls für Antrag
Auch sein Parteikollege Michael Spindelegger, der Zweite Nationalratspräsident, schließt einen Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos nicht aus. "Es wird Konsequenzen für Darabos geben müssen", sagte er angesichts des Rechnungshof-Berichtes zum Eurofighter. Der Grüne Abg. Peter Pilz kündigte bereits einen solchen Antrag der Grünen für September an.
(apa/red)

24.8.2008 18:19