Montag, 25. August 2008

Mord an 61-jähriger Pensionistin in Wien:
Ermittlungen der Polizei gestalten sich zäh

  • Frau lebte zurückgezogen und war sehr vorsichtig
  • Umfeld der Ermordeten wird genau durchleuchtet

Nach dem Mord an einer 61-jährigen Pensionistin in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus gestalteten sich die Ermittlungen äußerst zäh, berichtete Thomas Stecher von der Kriminaldirektion 1. "Die Frau lebte sehr zurückgezogen, hatte kaum Kontakte. Und sie war sehr vorsichtig", sagte der Ermittler.

Nun werde das Umfeld der Ermordeten genau durchleuchtet. Auch was sie zuletzt unternommen hat, wird untersucht. Das gestaltete sich schwierig. "Die Geschäfte, die Banken und meisten Lokale haben zu, 80 Prozent der Bewohner sind nicht erreichbar", sagte Stecher.

Auch mit ihren Verwandten hatte Erika F. kaum Kontakt. Ihr Sohn besuchte sie ab und zu. Auch bei diesen Besuchen zeigte sich die 61-Jährige vorsichtig. "Sie fragte durch die verschlossene Tür, ob er es ist", erzählte Stecher. Auch zu den drei Geschwistern der Frau - eine Schwester lebt in Amerika - hatte die Pensionistin kaum Kontakt.

Ermittlungen in Richtung Raubmord
Die Ermittler haben sich noch einmal die Wohnung der Ermordeten genau angesehen. Aufgrund der Zerstörung durch den Brand war das zunächst nur bedingt möglich. "Wir müssen jetzt einmal schauen, ob etwas fehlt. Derzeit kann man noch nicht sagen, ob es sich um Raubmord handelt", erklärte Stecher. Bei der Frau sei auch kaum etwas zu holen gewesen. Sogar ihr Sohn hätte die 61-Jährige aus der Erbschaft des Vaters - die Eheleute hatten sich getrennt - finanziell unterstützt.

Der Mord war in der Nacht auf Samstag entdeckt worden. Zunächst war die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand in der Pilgerimgasse gerufen worden. Als die Einsatzkräfte die Tür aufbrachen, entdeckten sie die Leiche von Erika F. Ihr wurde laut Obduktion der Schädel eingeschlagen. Danach legte der Täter drei Brände in der Wohnung, um die Tat zu vertuschen. (apa/red)

25.8.2008 10:47