Reinhart Rohr neuer Kärntner SPÖ-Chef:
Beim Sonderparteitag mit 92,7 % gewählt
- Insgesamt nur 37 Gegenstimmen für den Villacher
- Damit auch Spitzenkandidat für Landtagswahl 2009

Ein klares Votum für den neuen Parteivorsitzenden hat der Sonderparteitag der Kärntner SPÖ gebracht. Reinhart Rohr erhielt im Villacher Congress Center 92,7 Prozent der Delegiertenstimmen. Er steht damit auch als Spitzenkandidat der SPÖ für die Landtagswahl im Frühjahr 2009 fest. In seiner Rede ging Rohr scharf mit der "Verschwendungspolitik" von Landeshauptmann Jörg Haider ins Gericht. Bundesparteiobmann Werner Faymann attackierte die ÖVP und verbreitete Optimismus für die Nationalratswahl.
Rohr meinte nach seiner Wahl, von 1989 bis zur Landtagswahl 2009 würden 20 Jahre vergangen sein, während derer die SPÖ nicht den Landeshauptmann in Kärnten stelle: "Ich denke, es ist Zeit, das zu beenden." Vor dem Wahlgang hatte er Haider "Verschwendungssucht" und "Günstlingswirtschaft" vorgeworfen. Haider sei "Weltmeister im Hinausschmeißen von Steuergeld". Für seine Obmannschaft versprach er Zusammenarbeit und Handschlagqualität.
EURO "größte Fehleinschätzung des Landes"
Die EURO 2008 bezeichnete der neue SPÖ-Chef als "größte Fehleinschätzung des Landes" seit Jahren. "Unzählige Steuermillionen" seien investiert worden, um mehr Gäste nach Kärnten zu bringen, diese Rechnung sei jedoch nicht aufgegangen. "Das werden wir uns noch genauer ansehen, wo dieses Geld hingegangen ist", kündigte Rohr an.
Er wolle die Teuerung und die Arbeitslosigkeit bekämpfen und die Pensionen in der Zukunft sichern, versprach Rohr den rund 1.000 Delegierten im Villacher Kongresshaus. Rohr: "Die Generationen, die das Land aufgebaut haben, haben ein Recht auf soziale Sicherheit."
Faymann widmet sich Teuerungsthema
Diesem Thema widmete sich auch Faymann. Die SPÖ wolle Arbeitsverhältnisse, "von der die Leute auch leben können". Und gerade darin unterscheide man sich vom Noch-Koalitionspartner ÖVP. Finanzminister Wilhelm Molterer habe bei seinem "Teuerungsgipfel" nichts anderes zu tun gehabt, als maßvolle Lohnabschlüsse zu fordern. "Gegen die Teuerung ist ihm nichts eingefallen."
Den Unternehmen solle es gut gehen, betonte Faymann: "Die sollen verdienen, aber es sollen alle Menschen etwas davon haben, denn wenn es der Wirtschaft gut geht, soll es allen gut gehen." Für diesen sozialen Ausgleich brauche es die SPÖ, und deshalb sei es so wichtig, bei der Nationalratswahl Erster zu sein. Faymanns Kernthemen waren Teuerung, Gesundheit und sozialer Ausgleich. Seine gerade einmal zehnminütige Ansprache brachte ihm Standing Ovations.
(apa/red)
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