Freitag, 22. August 2008

Großer Schlag gegen Kinderporno-Szene:
125 österreichische IP-Adressen verdächtig

  • Gegen Verdächtige aus 98 Ländern wird ermittelt
  • Anzahl der mutmaßlichen Täter ist noch unklar

Ein großer Schlag gegen die internationale Kinderpornografie-Szene im Internet ist der deutschen Polizei geglückt. Gegen Verdächtige aus insgesamt 98 Ländern wird ermittelt - darunter auch 125 aus Österreich. Laut österreichischem Bundeskriminalamt gehe man von 125 tatverdächtigen IP-Adressen aus. Wie viele Personen dahinter stecken, könne man im Moment noch nicht genau sagen.

Begonnen hat alles bereits im Jahr 2006: Die deutschen Beamten waren bei einem Internetportal im Bereich der Staatsanwaltschaft Konstanz auf Videos über den massiven sexuellen Missbrauch zweier zehn- und zwölfjähriger Mädchen gestoßen. Vom Provider, der den Speicherplatz zur Verfügung stellte, erhielten sie 41.000 Verbindungsdaten von Besuchern der Seite aus 98 Staaten. Weitere 7.500 Besucher stammten aus Deutschland, 987 Tatverdächtige konnten bisher ausgeforscht werden.

Gegen 125 IP-Adressen ermittelt
Laut österreichischem Bundeskriminalamt wird gegen 125 IP-Adressen ermittelt. "Wie viele Leute dahinter stecken, ist schwer zu sagen, denn es könnten mehrere Personen hinter einer Adresse stecken, aber ebenso könnte eine Person mehrere Adressen benutzen", erklärten die Kriminalisten.

Im Zuge der Ermittlungen seien alleine in Deutschland 1.000 PCs, 1.800 Videos und fast 45.000 Datenträger sichergestellt worden. Mehrere hundert Verdächtige - meist Männer - seien bereits überführt, erklärte die Polizei. In drei Fällen habe sich herausgestellt, dass sich die Verdächtigen auch an ihren Töchtern vergangen hätten. Ein 41-Jähriger aus Schleswig-Holstein sei deswegen zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er habe seine beiden Töchter und andere Mädchen fast täglich missbraucht.

(apa/red)

22.8.2008 14:46