Mord am Westbahnhof kurz vor Aufklärung:
Zwei verdächtige Brüder nun festgenommen
- Streit um Bier könnte brutale Bluttat ausgelöst haben
- Verhör mühsam: Verdächtige aus Drogenmilieu
Ein 24 bzw. 25 Jahre altes Brüderpaar ist nach einer Bluttat beim Wiener Westbahnhof festgenommen worden. Bei der nächtlichen Auseinandersetzung im Park am Europaplatz wurde ein 50-Jähriger getötet und ein 41-Jähriger schwer verletzt. Ob es sich um Mord handelt, sollte eine Obduktion klären.
Zuerst war der Jüngere der Brüder festgenommen worden. Im Laufe des Vormittags wanderte auch sein Verwandter in Polizeigewahrsam, sagte Oberstleutnant Thomas Stecher von der Kriminaldirektion 1. Bei den beiden wurden auch zwei Messer sichergestellt, die als mögliche Tatwaffen gelten.
Das Verbrechen hatte sich im Park am Europaplatz ereignet, der Hergang ist noch unklar. Die Brüder dürften sich im Suchtgiftmilieu bewegen, ihre Kontrahenten im Alkoholikermilieu. Angeblich soll der Streit entbrannt sein, weil einer nichts von seinem Bier hergeben wollte. Der Tote wies jedenfalls drei Stichverletzungen im Brustbereich auf. Ob diese tödlich waren, blieb zunächst offen. Ein 41-Jähriger wurde ebenfalls attackiert und musste nach einer schweren Stichverletzung im Spital notoperiert werden. Weitere zwei bis drei Personen wurden mit Pfefferspray leicht verletzt.
Die Einvernahmen der Zeugen wie auch der Verdächtigen gestaltete sich äußerst mühsam, da sie sich in schwer beeinträchtigtem Zustand befanden. Stecher zufolge nahm der 24-Jährige die Schuld auf sich. Das beurteilten die Ermittler aber noch skeptisch. "Die Beteiligten gehören einem Milieu an, in dem man bei der Polizei nicht so viel redet und sich vielleicht auch nicht so genau an alles erinnern kann", so der Oberstleutnant.
(apa/red)
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