Gourmet: Carnuntum Experience 2008 - Festival rund um Wein, Genuss, Natur & Kultur

Bereits zum dritten Mal findet das Festival rund um Wein, Genuss, Natur und Kultur statt. Die Highlights sind zweifellos die WHITE WINE FASHION als Auftaktevent am 15. August, und die RUBIN CARNUNTUM PRÄSENTATION am 31. August als krönender Abschluss. Dazwischen werden die Rubin Carnuntum Weingüter eine Fülle an kleinen, persönlichen Veranstaltungen organisieren, sodass für jeden Geschmack und für jede Altersgruppe das Richtige dabei ist: elegante Diners, exklusive Gourmet-Events, Kreativ- Workshops, Frische-Luft-Aktivitäten und vieles mehr.
Topadressen zur Carnuntum Experience:
Bittermann Vinarium, 2464 Göttlesbrunn, Abt-Bruno-Heinrich-Platz 1, Tel.: 0 21 62/811 55, www.bittermann-vinarium.at
Der Jungwirt, 2464 Göttlesbrunn, Landstraße 36, Tel.: 0 21 62/89 43, www.derjungwirt.at
Zum Gselchten, 2460 Bruck an der Leitha, Altstadt 5, Tel.: 0 21 62/622 52, www.gselchter.at
Merzendorfer, 2401 Fischamend, Hainburger Straße 1, Tel.: 0 22 32/763 14, www.merzendorfer.at
Zum rostigen Anker, 2401 Fischamend, Donauarmstraße 20, Tel.: 0 22 32/764 58, www.rostiger-anker.at
Weinbau im Antiken Carnuntum
Der Raum Carnuntum ist seit jeher sowohl durch das historische Erbe der römischen Vergangenheit als auch durch die Tradition einer hochwertigen Weinkultur geprägt. Viele archäologische Zeugnisse (Grabungsbefunde von Bauwerken und Erdveränderungen; Funde wie z. B. Werkzeuge, Vorrats- und Trinkgefäße; bildliche Darstellungen auf Steinreliefs) und archäobotanische Auswertungen von Pflanzenresten liefern wichtige Hinweise auf die damalige Weinkultur.
Wein im eigentlichen Sinne wird aus der veredelten Kulturrebe (vitis vinifera) gewonnen. Nach heutigem Forschungsstand könnte die Veredelung des ursprünglich wilden Weines bereits im 3. Jh. v. Chr. im Vorderen Orient geschehen sein. Im 2. Jh. v. Chr. verbreitete sich die Kultur des Weinbaus vom Vorderen Orient über Kreta und Griechenland nach Oberitalien. Daneben brachten die Griechen die Weinkultur über das Meer nach Unteritalien, Spanien, Nordafrika und Südfrankreich. Griechen und Etrusker vermittelten die Kenntnis von Wein dann in keltischer Zeit nach West-, Mittel- und Nordeuropa. Dabei handelte es sich aber vorerst nur um Handelsbeziehungen.
Weinbau am erwerbsträchtigsten
Der Wein und die zu seinem Genuss bevorzugten Trinkgefäße wurden aus dem Mittelmeerraum importiert. Für das 1. Jh. v. Chr. gibt es für den pannonischen Raum bereits archäologische Hinweise auf Anfänge des Weinbaus. Innerhalb der Land- und Viehwirtschaft war der Weinbau bei den Römern der bei weitem einträglichste Erwerbszweig. Die Verbreitung des Weinbaus nach Norden verlangte aber produktionstechnische Unterschiede zur mediterranen Weinbewirtschaftung. Da die Kulturreben hier ständig von widrigen Klimaumständen (besonders Frost) bedroht sind, entwickelte sich der Weinbau hier mit einer viel höheren Arbeitsintensität.
Kaiser M. Aurelius Probus (276- 282 n. Chr.) wurde immer wieder als Schöpfer der Weinkultur in der Region bezeichnet. Tatsächlich setzte er für den Weinbau in den Nord- und Westprovinzen Erleichterungen gegenüber früheren gesetzlichen Beschränkungen durch. Zu den einzelnen Rebsorten im antiken Carnuntum lassen sich keine exakten Angaben machen; wahrscheinlich ist ein Nebeneinander von Weiß- und Rotwein (vinum album bzw. vinum atrum).
Noch mit nackten Füßen getreten
Bei der Weinlese wurden die Trauben bei voller Reife mit der Hand gepflückt bzw. mit dem Rebmesser abgeschnitten und in umgehängten Körben gesammelt. Zahlreiche solcher Rebmesser aus Eisen haben sich auch in Carnuntum gefunden und sind im Archäologischen Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg zu sehen.
Auch verschiedene andere bei der Arbeit eingesetzte Werkzeuge wie Spaten, zweizinkige Hacken und schwere Hacken haben sich in Carnuntum erhalten. Die besten Trauben wurden als Speisetrauben aussortiert und gelangten in besonderen Körben auf die Märkte. Der überwiegende Teil der Trauben wurde von den Körben in große Bottiche geschüttet. Die Trauben wurden dann in Kelterhäuser gebracht. Dort wurden die Trauben in Bottichen gestampft, indem ein oder mehrere Männer sie mit nackten Füßen traten.
Sogar schon Etiketten
Dieser Vorgang heißt lateinisch calcare(=Treten), aus dem sich dann das deutsche Lehnwort keltern entwickelt hat. Natürlich wurde auf entsprechende Hygiene in diesem Tretbottich geachtet. Der dritte Schritt schließlich war das Auspressen der ausgetretenen Trauben in einer Presse. Nach der Kelterung wurde der Most in bauchigen Gärfässern aus Ton gelagert, die mit einem flachen Deckel mit Henkel verschlossen waren. Diese waren im Garten oder Keller eingegraben. Im Alpenraum und in Pannonien wurden vor allem Holzfässer verwendet. Im Frühjahr wurde der Wein in Amphoren umgefüllt. Diese wurden mit einem Tonpfropfen verschlossen, der mit Gips oder Pech überzogen bzw. verklebt wurde. Damit waren sie weitgehend luftdicht abgeschlossen. Stöpsel aus Korkeiche waren zunehmend seit dem 1. Jh. v. Chr. in Gebrauch. Amphoren und Lagerungskrüge trugen in der Regel ein aufgemaltes Etikett mit der Angabe von Weinsorte und in welchem Konsulatsjahr der Wein gekeltert worden war.
Da der Wein als Grundnahrungsmittel aller Bevölkerungsschichten zu den Massengütern gehörte, war er einer der Haupthandelsgüter im Imperium Romanum. Den Handel besorgten Weinhändler, von denen viele durch Inschriften namentlich bekannt sind. Der Transport erfolgte nach Möglichkeit per Schiff oder ansonsten auf dem Landwege. Dies zeigen eindrucksvoll Darstellungen auf Steindenkmälern, wo mit Fässern beladene Weinschiffe, Wagen und Karren zu sehen sind.
Carnuntum Heute: Vom Geheimtipp zum Shooting Star
Während sich in der österreichischen Weinszene in den 90er Jahren generell ein enormer Qualitäts- und Imagewandel vollzogen hat, blieb es in Carnuntum noch eher ruhig. Erst mit dem neuen Rotweinboom in Österreich, etwa ab dem Jahr 2000, wurden auch die Qualitätsentwicklungen in den Hügeln von Göttlesbrunn, Arbesthal und Höflein entdeckt. Lange Zeit also im Schatten der bekannteren Weinbaugebiete gelegen, wurde Carnuntum vom
Geheimtipp zum strahlenden Star. Verantwortlich dafür sind die kräftigen Böden, der Einfluss des Neusiedlersees sowie die kühlen Winde von den Donauauen und vor allem die jungen Winzer der Region, die das Potenzial zu nutzen wussten.
Die heiß begehrten Weine haben Saft und Kraft, wie zum Beispiel muskulöse Grüne Veltliner und Burgundersorten. Die Eintrittskarte in den Wein-Olymp waren aber die monumentalen Rotweine mit ihrer üppigen Frucht und den reifen Tanninen: explosiver Zweigelt, dunkelfruchtiger Blaufränkisch und fülliger Cabernet. Das neue Rotwein-Eldorado findet sich an den
sonnenreichen Südhängen des Spitzerberges südlich von Hainburg und rund um Göttlesbrunn.
Von Primus über Rubin zu Optimum Carnuntum
Die Weingüter des Weinbaugebietes Carnuntum haben sich schon sehr früh zur Kreation von Gebietsmarken entschieden, so wurden 1987 Primus Carnuntum und 1992 Rubin Carnuntum gelauncht. Mit dem Jahrgang 2003 wurde erstmals eine eigene Liga der Spitzenrotweine des Gebietes initiiert. Unter dem Namen Optimum Carnuntum werden die besten Weine einzelner Weingüter präsentiert. Voraussetzungen für die Verwendung dieser Labels und/oder für die Teilnahme an diesen Initiativen sind die Mitgliedschaft und die finanzielle Unterstützung des Vereins der Rubin Carnuntum Weingüter.
Primus Carnuntum
Rund 60 Mitglieder des Vereins zur Förderung des Weinbaugebietes Carnuntum entschlossen sich erstmals 1987, Primus Carnuntum abzufüllen. Voraussetzung zur Teilnahme war, dass jedes Mitglied den erforderlichen Mindestmostgradationswert von 16.Klosterneuburger
Mostwaage erreichte und mindestens 200 Kilogramm Trauben produzierte. Ein zusammenschluss von mehreren Winzern zur gemeinsamen Vinifizierung eines Primeurweins gab es damals in dieser Form in ganz Österreich noch nicht. In den Anfängen der Primus Carnuntum -Produktion wurden die Trauben aller Produzenten zum Weingut Pitnauer geliefert und dort verarbeitet.
Seit 1994 gibt es die Alternative, Primus Carnuntum selbst zu keltern. Dies wird vom Großteil der heute 50 Vereinsmitglieder wahrgenommen. "Der Erste" zu sein, ist für die Winzer keine Frage des Lesetermins, sondern der physiologischen Reife. Primus Carnuntum ist ein weißer Kabinettwein mehrheitlich aus gebietstypischen Grüner Veltliner Trauben gekeltert, aber auch mit anderen Rebsorten cuvetiert.
Jährliche Weintaufe
Eine strenge Mengenkontrolle und Juryverkostung garantieren einen hohen Qualitätsstandard. Durch die Verwendung der Sorte Grüner Veltliner behält der Primus Carnuntum bei richtiger Lagerung seine jugendliche Reife über den nächsten Jahrgang hinaus. Dies ist für einen PrimeurWein eine ausgesprochene Rarität. Seit 2002 stellt der Verein allen Winzern ein einheitliches Etikett, gemalt vom niederösterreichischen Künstler Gottfried Lav Wurm, zur Verfügung. Jedes Jahr findet Anfang November eine Weintaufe mit prominenten Taufpaten wie Franz Antel, Albert Fortell, LH Dr. Erwin Pröll, etc. statt.
Rubin Carnuntum
Seit 1992 repräsentiert Rubin Carnuntum eine weitere Gebietsmarke des Weinbaugebietes Carnuntum. Rund 25 Vereinsmitglieder produzierten damals erstmalig diesen Wein. Teilnahmevoraussetzung ist das Erreichen eines Mindestmostgradationswertes von 18. Klosterneuburger Mostwaage. Auch für die Produktion des Rubin Carnuntum dürfen nur jene Sorten verwendet werden, die regionstypisch sind Zweigelt und Blaufränkisch. Während das Mikroklima im Raum Leithagebirge und Arbesthaler Hügelland die Sorte Zweigelt begünstigt, hat Blaufränkisch rund um die Hainburger Berge eine lange Tradition. Um die Lagerfähigkeit zu gewährleisten, ist der biologische Säureabbau ebenso vorgeschrieben wie ein Mindestalkohol von 12,5%.
Zumeist handelt es sich um reinsortige Weine mit gebietstypischem, zartfruchtigen Bukett und samtigen Tanninen. Nur jene Weine, die den strengen Qualitätskontrollen und den Anforderungen einer alljährlichen Juryverkostung standhalten, dürfen die Bezeichnung Rubin Carnuntum tragen. Im Jahre 2007 hat die Jury 41 Weinen das Prädikat Rubin Carnuntum 2006 verliehen, welche diese Bezeichnung exklusiv auf dem Etikett führen dürfen und am 2. September 2007 als Höhepunkt der Carnuntum Experience im kaiserlichen Festschloss Hof offiziell dem Publikum vorgestellt wurden. Zur Steigerung des Wiedererkennungswertes wird der Rubin Carnuntum in einheitliche Flaschen gefüllt, mit einem einheitlichen Rückenetiketttext und dem Heidentor auf der Kapsel versehen.
Optimum Carnuntum
Optimum Carnuntum ist nicht wie Primus- oder Rubin Carnuntum eine eigene Weinkategorie, sondern dient vielmehr als Bezeichnung für die Best of Weine der Weinbaubetriebe aus Carnuntum. Seit dem Jahr 2005 werden jährlich die Optimum Carnuntum Weine im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Wien präsentiert.
Die Weingebiete in Carnuntum
Die Weinberge von Carnuntum erstrecken sich auf drei Gebiete: das Leithagebirge, das Arbesthaler Hügelland und die Hundsheimer Berge.
Das Leithagebirge
Auf sehr lehmigen, schottrigen Böden mit hohem Kalkgehalt wachsen die Rebstöcke an den Abhängen des Leithagebirges. Die Weingärten sind nach Westen ausgerichtet, das bewaldete Leithagebirge schirmt diese Lagen vor den allzu warmen und oft feuchten Klimakonditionen des Neusiedlersees ab, sodass hier besonders frische und fruchtbetonte Weine produziert werden können. In Trautmannsdorf, Sarasdorf, Stixneusiedl und Bruck/Leitha sind die
wichtigsten Produzenten dieses westlichsten Teiles von Carnuntum angesiedelt.
Das Arbesthaler Hügelland
Das Arbesthaler Hügelland ist eine von hügeligen Wellen durchzogene Landschaft, deren nach Süden ausgerichtete Hänge dem Weinbau gewidmet sind. Die höheren Teile der Hänge sind von Schotter geprägt, während der Boden in tieferen Lagen immer mehr Lehmanteile aufweist. Die Jahressonnenscheindauer von mehr als 2.000 Stunden liegt im europäischen
Spitzenfeld. Der Klimamix aus warmen Luftströmungen aus dem Becken des Neusiedlersees und aus frischwürzigen Luftmassen, die von der nördlich fließenden Donau und der großen Fläche des Maria Ellender Waldes stammen, sind die idealen Voraussetzungen für gut ausreifende, sehr aromatische Trauben, die fruchtintensive Weißweine und warme, samtige Rotweine garantieren. Arbesthal, Göttlesbrunn und Höflein sind die Weinbauzentren dieses Hügellandes.
Die Hundsheimer Berge
Dieses Massiv gehört geologisch bereits zu den Kleinen Karpaten, von denen es durch den Donaudurchbruch getrennt ist. Der Boden besteht aus Glimmerschiefer und Granitgneis, teilweise auf Kalk aufgebaut. Die Hundsheimer Berge (Hundsheimer Berg und Spitzerberg) sind nur knapp 300 Meter hoch. Da die gesamte Umgebung aber bereits der pannonischen
Tiefebene angehört, stellen diese Erhebungen tatsächlich einen Höhepunkt dar. Das gesamte Gebiet der Hundsheimer Berge ist deklariertes Naturschutzgebiet, da hier besondere Pflanzenarten gedeihen, die in Österreich und der Europäischen Union einzigartig sind. Die Flora entspricht der osteuropäischen Steppe und bietet teilweise sogar Pflanzenrelikte aus der Eiszeit. Besonders selten sind die hier wachsenden natürlichen Rasen
(Trocken- und Halbtrockenrasen), die sich auf geringer Humusauflage bzw. auf dem nackten Fels entwickeln.
In Folge sind hier besonders seltene Tierarten, wie der Ziesel, das Große Mausohr (Fledermaus), der Hirschkäfer und verschiedene Falterarten anzutreffen. Reben sind an den nach Süden und Südwesten ausgerichteten Abhängen der Hundsheimer Berge gepflanzt. Die karge Bodenstruktur und die weitaus geringeren Niederschläge als in den beiden anderen Weinbaugebieten von Carnuntum machen die Hundsheimer Berge zum spätesten Gebiet in Carnuntum, somit werden hier traditionell frühreifende Sorten gepflegt.
Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS.
Quelle: Redaktion/ Carnuntum Experience
