Samstag, 16. August 2008

Tiefkühlerzeuger Austria Frost gerettet:
Geldgeber sichern Fortbestand der Firma

  • Überbrückungsfinanzierung & Sanierungskonzept da
  • Finanzinvestor für nächsten beiden Jahre gesucht

Der Fortbestand des finanziell angeschlagenen Tiefkühlerzeugers Austria Frost mit Sitz in Groß-Enzersdorf ist gesichert. Österreichische und deutsche Banken hätten sich geeinigt. Es gebe für das Unternehmen eine Überbrückungsfinanzierung sowie ein Sanierungskonzept, so Niederösterreichs Landeshauptmann-
Stellvertreter Ernest Gabmann.

Der deutsche Unternehmenseigentümer Volkmar Frenzel solle sich in den nächsten beiden Jahren einen Finanzinvestor suchen. "Ein strategischer Partner" für Austria Frost, so Gabmann. Laut Frenzel gebe es dafür "21 Bewerber".

Erntefinanzierung entscheidend
Dreh- und Angelpunkt in den Verhandlungen war die Erntefinanzierung in Höhe von sieben Millionen Euro: Drei Millionen Euro davon entfallen auf Deutschland, wo Frenzel mehrere Werke besitzt, und vier Millionen auf Österreich. Die Finanzierung sei nun "abgesichert", so Frenzel. Die Verhandlungen mit den sieben Banken seien nicht einfach gewesen, so Gabmann, der dabei als "Koordinator" fungierte. "Das Flaggschiff ist gerettet", zeigte sich Niederösterreichs Landeshauptmannstellvertreter erfreut. "Wir wollten keine zweite Insolvenz, die wäre für das Unternehmen nicht verkraftbar gewesen". Zudem galt es, die Arbeitsplätze zu sichern und den Standort zu erhalten. Das Land Niederösterreich selbst übernehme 1,5 Millionen Euro Haftungsvolumen, erläuterte Gabmann.

"Wir schreiben jedes Jahr schwarze Zahlen", meinte Frenzel. Nach Bekanntwerden des Liquiditätsengpasses habe der Firmeninhaber eine Studie über die Tiefkühlproduktion von Austria Frost im Marchfeld erstellen lassen. Diese habe ein positives Resümee hervorgebracht, so Frenzel. Daher sei man in Verhandlungen gegangen. "Das Werk hat eine sehr gute Zukunft", sagte der deutsche Unternehmer, der darauf hinwies, dass es "keinen zusätzlichen Kredit" gegeben habe. "Wir sollen uns einen Finanzinvestor suchen. Wir werden das einhalten", erläuterte Frenzel. Der deutsche Unternehmer dankte zudem dem Land Niederösterreich, ohne dem eine Einigung bei den Verhandlungen nicht möglich gewesen wäre. Das Land NÖ habe bestens vermittelt, so Frenzel in Richtung Gabmann.

Austria Frost wurde 2001 von der Unilever an die Vorarlberger 11er Nahrungsmittel verkauft. Im Oktober 2005 musste das Unternehmen mit Passiva von 26 Mio. Euro den Konkurs anmelden. Ende 2005 übernahm das ostdeutsche Tiefkühlunternehmen Frenzel um 7,6 Mio. Euro die Fabrik. Die Kredite, mit denen der Kaufpreis bezahlt wurde, seien mittlerweile in ein Gesellschafterdarlehen umgewandelt worden. Austria Frost beschäftigt 360 Mitarbeiter und ist rund 400 Vertragsbauern verpflichtet.

(apa/red)

16.8.2008 23:00