Neue Belastung für Mieter: Ab 1. Oktober werden Altbaumieten um 5,8 % angehoben
- Die Arbeiterkammer fordert einen gesetzlichen Stopp
- Berger-Entwurf an Wiederstand der ÖVP gescheitert
·Zinshausboom treibt die Mieten in die Höhe
AK: Wohnen wird durch Spekulanten verteuert
·Auf höhere Inflation folgt Konsumverzicht
Österreicher kaufen weniger & immer billiger
·SPÖ will Erhöhung der Miete verzögern
Gegen Willen der ÖVP. Wohnen wird noch teurer
·Leitl über 'bewölkte'
Wirtschaftsaussichten
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Ab Oktober rollt die nächste Belastungslawine auf die Mieter zu: Die Kategoriemieten wurden um 5,8 Prozent erhöht, auch Hausverwaltungskosten und Erhaltungsbeiträge werden dadurch in die Höhe schnalzen. Aus diesem Grund fordert die Arbeiterkammer (AK) einmal mehr einen gesetzlichen Stopp der Mieterhöhungen und Hausverwaltungskosten durch einen 10 prozentigen Indexschwellenwert.
Die geplante Umstellung der Kategoriemietanpassungen auf einen Zehn-Prozent-Sprung würde zumindest bedeuten, dass im Oktober keine Erhöhung dieser Mieten kommt, sondern erst um rund drei Jahre später. Durch die spätere Anhebung der Miete und Hausverwalterkosten könnten sich die Haushalte "eine Menge Geld sparen" - in Summe rund 120 Mio. Euro, so die Schätzung der Arbeiterkammer.
Privatmieten "völlig überteuert"
Diese Verzögerung der Mietenanhebungen für Kategoriemieten könne jedoch nur ein erster Schritt einer Mietrechtsreform zur Entlastung der Mieter sein. Denn die Mieten seien in privaten Zinshäusern in den vergangenen Jahren durch fehlende Mietenbegrenzung und wegen der laufenden Inflationsanpassungen "völlig überteuert" und für viele Normalverdiener "nicht mehr leistbar".
Berger-Entwurf an ÖVP gescheitert
"Maßlos enttäuscht" zeigte sich der Präsident der Mietervereinigung, Georg Niedermühlbichler, darüber, dass der Gesetzesentwurf von SP-Justizministerin Maria Berger, mit dem die 5,8-prozentige Mieterhöhung im Herbst verhindert werden sollte, am Widerstand der ÖVP im Ministerrat gescheitert sei. Die letzte Kategoriemieterhöhung liege noch nicht einmal zwei Jahre zurück. Eine faire Kostenverteilung beim Wohnen sei mit "dieser ÖVP unmöglich".
Die ÖVP-Argumentation, welche als Grund der Wohnkosten-Explosion die "angeblich gestiegenen Gebühren für öffentliche Dienstleistungen" anführe, sei reine Propaganda, so Niedermühlbichler am Dienstag in einer Aussendung. Die Kostenanpassungen für Wasser, Abwasser und Müll würden z. B. in Wien unterhalb der Gesamtinflationsrate liegen. Der wahre Preistreiber sei der ständig steigende Mietzins, der von den Vermietern in Rechnung gestellt wird, befindet Niedermühlbichler. (apa/red)

