Georgien-Konflikt kaum Auswirkung auf Öl-
preis: Leichter Rückgang im Handelsverlauf
- Preis für Rohöl fällt am Montag auf 115,3 Dollar
- Georgien ist ein sehr wichtiges Transitland für Rohöl

Die Ölpreise haben zum Wochenbeginn nach einer rasanten Talfahrt an den vergangenen Handelstagen nur mit leichten Aufschlägen auf den Konflikt in Georgien reagiert. Meldungen über Kämpfe in dem wichtigen Öl-Transitland hätten den Preis für US-Rohöl nur für kurze Zeit nach oben getrieben, sagten Händler. Zeitweise sprang der Preis auf 116,90 Dollar. Er fiel im weiteren Handelsverlauf aber auf 115,35 Dollar (76,84 Euro) zurück und lag damit 15 Cent höher als am Freitag.
Am Londoner Markt legte der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent ebenfalls nur zeitweise deutlich zu. Im späteren Handelsverlauf lag er bei 113,65 Dollar und damit 32 Cent höher als am Freitag. Experten sehen in der vergleichsweise moderaten Reaktion ein Indiz für den allgemein fallenden Preistrend bei Rohstoffen und speziell auch beim Öl. Es sei einfach "bemerkenswert, dass der Ausbruch von Kampfhandlungen in Georgien weitgehend ignoriert wurde", sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.
Dabei sei Georgien ein "sehr wichtiges Transitland für Rohöl", erklärte Weinberg. Die "Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline" (BTC), die von den Erdölfeldern von Aserbaidschan am Kaspischen Meer durch Georgien an die Küste der Türkei führe, befördere knapp eine Million Barrel Rohöl täglich über eine Strecke von mehr als 1.700 Kilometern.
Seit Tagen kein Öl in der Pipeline
Allerdings kann bereits seit Tagen kein Öl durch die Pipeline geleitet werden. Von Händlerseite hieß es, kurdische Separatisten hätten vergangene Woche einen Anschlag auf die Pipeline verübt. Ein Sprecher der staatlichen türkischen Pipelinegesellschaft Botas erklärte dagegen am Montag, es sei ein technischer Defekt gewesen, der einen Brand ausgelöst habe. Experten in der Türkei hätten das Feuer an der seit fünf Tagen brennenden BTC-Ölpipeline gelöscht. Der Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Betriebs sei noch nicht klar. Presseberichten zufolge sind bis zu zwei Wochen für die Arbeiten nötig.
Ein Sprecher der aserbaidschanischen Ölgesellschaft Socar sagte zudem, wegen der Kämpfe in Georgien sei der Erdöl-Transit dort seit dem Wochenende gestoppt.
Das deutsche Wirtschaftsministerium bezifferte die Durchleitungsmenge der Pipeline auf rund ein Prozent der Weltölproduktion. Deutschland bezieht den Angaben zufolge 3,27 Prozent seiner Öleinfuhren aus Aserbaidschan. (apa/red)

