Triumphaler Empfang im Österreich-Haus:
Oblinger-Peters wurde gebührend gefeiert
- ÖOC-Präsident Wallner, Schwimmer & Co gratulierten
- "Vio" bekam prachtvollen Blumenstrauß und Torte

·Dritte Medaille für Österreich in Peking!
Oblinger-Peters holt Bronze im Kajak-Slalom
·"Der verrückteste Tag meines Lebens"
REAKTIONEN zu Bronze von Oblinger-Peters
·Oblingers erfüllten sich Lebenstraum
Nach Herz-OP war für Violetta Olympia fraglich
·IHRE MEINUNG zur Medaille von Oblinger
Gratulieren Sie Kanutin
zu Gewinn von Bronze!
·"Hätte nie gedacht, dass es reicht!"
Oblinger-Peters gibt sich
im Interview überrascht
Die olympische Bronzemedaillen-Gewinnerin Violetta Oblinger-Peters ist in Peking im Österreich-Haus gebührend empfangen worden. Bei ihrer Ankunft brandete Applaus für die Wildwasser-Kanutin und ihren ebenfalls paddelnden Ehemann Helmut Oblinger auf. Für die 30-Jährige ist ein derart großer Menschenauflauf, wie er hier passierte, ungewohnt. Dennoch oder gerade deswegen kostete sie ihn aus.
Die Europameisterin 2007 erklärte den Anwesenden wie ÖOC-Präsident Leo Wallner, -Generalsekretär Heinz Jungwirth, den Schwimmern Dominik Koll, David Brandl, Jördis Steinegger und Nina Dittrich sowie deren Coach Helge Gödecke, den so erfolgreichen Beach-Schwestern Doris und Stefanie Schwaiger, Tischtennis-Herren-Bundestrainer Ferenc Karsai und anderen, wie sie im Ziel das Zittern um die Medaillenchance erlebt hatte.
"Es war relativ unschön. Man steht halt im Ziel und wartet und muss quasi hoffen, dass jemand anderer einen Fehler macht", erzählte Oblinger-Peters. "Und das ist eigentlich eine Situation, die ich als Sportlerin sehr unehrenhaft finde. Nichtsdestotrotz ist es heute so gewesen und ich habe davon profitiert. Es gab Zeiten, da war es andersrum auch. Vielleicht ist das ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit."
"Nach dem Semifinale musste ich mir den Kopf waschen lassen
Dass es tatsächlich mit der Medaille geklappt hatte, hat die gebürtige Deutsche noch nicht ganz realisiert. "Nach dem Semifinale musste ich mir von Heli (Anm. Oblinger) den Kopf waschen lassen. Dass es im zweiten Lauf noch Bronze geworden ist, ist total unwirklich für mich." ÖOC-Chef Leo Wallner zeigte sich riesig stolz auf die Olympia-Dritte. "Ich freue mich, dass der ÖOC-Vorstand einstimmig beschlossen hat, auch ihren Mann mitzunehmen."
Helmut Oblinger hatte ja aufgrund nicht vollständig erbrachter nationaler Limitvoraussetzungen bis zuletzt um seine Olympia-Nominierung bangen müssen. Letztlich war auch Trainer Jernej Abramic froh, das Duo geschlossen in Shunyi gehabt zu haben. "Es war für mich ein große Herausforderung als Coach, weil ich auch Paddler war und ich hier gute Chancen gesehen habe. Ich mag Vio, weil sie mit viel Gefühl fährt. Sie kann es noch viel besser."
China guter Boden für Oblingers
Der Slowene wies nach seinem größten Erfolg im Trainergeschäft aber darauf hin, dass bei jeder Fahrt hoher Druck mit an Bord ist. "Aber die anderen haben noch mehr Fehler gemacht, nur das zählt. In unserem Sport ist es nahezu unmöglich, total perfekt zu sein. Es gewinnt immer der, der am wenigsten Fehler macht." China bezeichnete Abramic als guten Boden, hatte doch Helmut Oblinger 2002 in Guangzhou seinen ersten Weltcup gewonnen.
"Vio" wurde mit einem prachtvollen Blumenstrauß bedacht und bekam auch eine Torte überreicht. Die Schärdingerin musste ein Interview nach dem anderen geben. Helmut Oblinger zur großen Medienpräsenz: "Die Realität sieht so aus, dass wir in zwei Wochen wieder aus den Medien verschwinden werden. Dessen sind wir uns bewusst. Aber wir machen ja den Sport, weil wir gerne im Freien sind und uns gerne im Wasser bewegen."
Während die Oblingers noch in Peking bleiben, fliegt Abramic gleich zurück. "Ich würde gerne hierbleiben, aber ich habe meine Familie zwei Monate lang nicht gesehen", erläuterte der Familienvater. Seine Frau ist Lehrerin und muss nach den großen Ferien wieder arbeiten. "Ich muss daher da sein und unsere Tochter betreuen und in den Kindergarten bringen." Zusammenhalt steht also nicht nur bei den Oblingers im Mittelpunkt.
(apa/red)