Max-Theurers Ziel ist Erreichen der Top 25:
Pferd Falcao hat sich ans Flutlicht gewöhnt
- Teilnahme an Kür der besten 15 wohl unerreichbar
- Tippt auf Anky van Grunsven als Olympiasiegerin

Nach der wegen einer Verletzung seines Pferdes bedingten Aufgabe von Vielseitigkeitsreiter Harald Ambros ist Victoria Max-Theurer bei den Olympischen Spielen Österreichs einzig verbliebene Vertreterin in den Reitsportbewerben. Für die Dressurreiterin ist es die zweite Teilnahme an Sommerspielen nach dem Debüt 2004 in Athen (20.). "Ich bin mit noch mehr Respekt nach China gefahren, weil ich nicht wusste, wie das Pferd die lange Reise übersteht, wie das Training verläuft, wie es die Hitze und Luftfeuchtigkeit verträgt. Ich bin sehr gespannt", erzählte die 22-Jährige, die auf Falcao reitet.
Als Erfolg würde sie bezeichnen, auf einem Platz ähnlich wie in Athen zu landen, sich also im Grand Prix für den Grand Prix Special (Top 25) zu qualifizieren. Die Teilnahme an der Kür der besten 15 wird wohl unerreichbar bleiben. "Es herrscht eine irrsinnige Dichte. Ich habe an Erfahrung dazugelernt, aber im Pferdesport ist es so, dass die Karten immer neu gemischt sind. Du weißt nicht, wie das Pferd auf die Umwelt reagiert. Wie es sich fühlt an dem Tag. Es zählt nicht nur meine körperliche Verfassung, die psychische, die Konzentration, sondern wirklich auch die vom Pferd. Und das lässt sich auch nur sehr, sehr schwer beeinflussen und einschätzen", erklärte sie.
Max-Theurer wettet auf van Grunsven
Trotz großen Favoritenfeldes hat die Tochter von Elisabeth Max-Theurer, Dressur-Olympiasiegerin von 1980 in Moskau und Österreichs Verbandspräsidentin, einen Gold-Tipp: "Anky van Grunsven, die macht das schon. Ich trau mich fast wetten." Die Niederländern hat 2000 in Sydney und 2004 in Athen Olympia-Gold gewonnen.
Falcao hat sich gut akklimatisiert, genießt die Sonderbehandlungen, das Spazierengehen, die Pferde-Dusche, und hat sich auch an das Flutlicht gewöhnt. Noch nicht geklärt ist, ob und was auf der großen Leinwand im Stadion während der Bewerbe zu sehen sein wird. Viele Pferde scheuen davor oder sind zumindest irritiert. "Bei Falci geht's eigentlich, aber mal sehen, wie es dann sein wird, wenn das Stadion voll ist, was dann für Atmosphäre herrscht", sagte die Oberösterreicherin.
Ambros musste Nennung zurückziehen
Ganz down sei sie gewesen, als Kollege und Vielseitigkeitsreiter Harald Ambros sein Pferd Quick wegen einer Bänderverletzung im linken Vorderbein aus dem Bewerb nehmen musste. "Das ist schade, wenn man weiß, was da für Arbeit dahinter steckt. Aber er hat das einzig Richtige getan und im Sinne der Gesundheit seines Pferdes gehandelt." Sie selbst hat noch nie bei einem großen Turnier zurückziehen müssen, bei kleineren jedoch hat sie wegen zu tiefem Bodens schon hin und wieder mal auf ein Antreten verzichtet.
Nach den Spielen reist Max-Theurer mit ihrem Pferd nach Hause, ein Trip ins olympische Herz nach Peking steht nicht wirklich zur Debatte: "Nach diesen drei Wochen bist du eh so erschöpft. Falci braucht dann eine Pause, für ihn war es ja ein Riesenaufwand und eine nervliche Anstrengung." Die Reiterin wird eine Woche Urlaub machen und sich danach wieder um die anderen Pferde kümmern und ihre Arbeit als Export-Sachbearbeiterin aufnehmen.
(apa/red)