IOC greift im Fall Abrahamian hart durch:
Aberkennung der Ringen-Bronzemedaille fix
- Schwede hatte nach Niederlage Edelmetall verworfen
- Ringer wird zudem von den Spielen ausgeschlossen
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat dem schwedischen Ringer Ara Abrahamian die Bronzemedaille in der Klasse bis 84 kg im griechisch-römischen Stil wegen unsportlichen Verhaltens aberkannt.
Die IOC-Exekutive begründete die Entscheidung damit, dass Abrahamian gegen das Fairplay verstoßen habe. Wie Thomas Bach, Vorsitzender der IOC-Disziplinar-Kommission in Peking weiters bestätigte, wird die Medaille nicht neu vergeben.
Der skandinavische Goldfavorit hatte aus Verärgerung über sein verlorenes Halbfinale seine Bronzemedaillen nach der Siegerehrung achtlos auf die Matte geworfen. Abrahamian hatte seine Aktion mit den Worten kommentiert, dass ihn "diese Medaille nicht interessiert. Ich wollte Gold."
Ausschluss von Spielen
Das IOC hat neben der Disqualifikation auch beschlossen, dass Abrahamian von den Spielen in Peking ausgeschlossen wird. Deshalb wurden die olympische Identifikationskarte sowie die Akkreditierung des Schweden mit sofortiger Wirkung für ungültig erklärt. Die hinter Abrahamian auf Platz fünf folgenden Ma Sanyi (CHN) und Melonin Noumonvi (FRA) rücken trotz der Disqualifikation nicht auf Rang drei vor, mit dem Türken Nazmi Avluca gibt es in dieser Disziplin offiziell nur einen Drittplatzierten.
Die Entscheidung wurde von einer IOC-Disziplinarkommission getroffen, die sich aus Thomas Bach, Denis Oswald und Sergej Bubka zusammensetzte. Der Ringerverband FILA wurde aufgefordert, die in Verwahrung genommen Medaille ans IOC zurückzugeben. Zudem soll die FILA über weitere Konsequenzen gegen den Skandinavier entscheiden. Die FILA hatte dem IOC eigentlich vorgeschlagen, den fünftplatzierten Ringern Bronze zuzusprechen.
Abrahamian hatte nach Niederlage Medaille weggelegt
Abrahamian hatte bei der Verleihung der Bronzemedaille noch vor der Ehrung der restlichen Medaillengewinner das Podest verlassen, die Medaille wenige Meter vom Podium entfernt auf den Boden gelegt und die Zeremonie verlassen. Der Ärger des Athleten, der sich gegenüber dem IOC verteidigte, richtete sich ausschließlich gegen die FILA und nicht gegen die olympische Bewegung oder seine Kontrahenten.
Durch Referee-Entscheidungen sei ihm jene Goldene geraubt worden, die er sich bei seiner letzten Olympia-Teilnahme verdient gehabt hätte. Bei der Anhörung äußerte Abrahamian laut IOC "ernste und unbegründete Vorwürfe" gegenüber der FILA, die ihn bereits 2004 um Gold gebracht habe. Entschuldigung oder Reue habe es seitens des Schweden nicht gegeben. Der Schwede erklärte aber nach dem Vorfall seinen Rücktritt.
(apa/red)
