Delle-Karth/Resch bleiben ohne Medaille:
49er-Segler im Medal Race nur auf Rang 8
- Dänemark am Grünen Tisch als Sieger bestätigt
- Gewinner hatten sich anderes Boot ausgeliehen

Das Chaos vor der Küste von Qingdao kennt kein Ende. Das olympische Medal Race in der 49er-Klasse wurde zur Face, die Österreicher Nico Delle-Karth/Niko Resch, die nur noch eine theoretische Chance auf eine Medaille hatten, mussten zusehen, wie der Mast auf ihrer "Sissi" brach, beendeten die Wettfahrt nicht und gelangten auf einem Trainerboot in den Hafen. Letztendlich sind sie Achte geworden, da die Proteste gegen die siegenden Dänen am Grünen Tisch abgewiesen wurden.
Bei Regen, Nebel, enormer Welle und Wind mit bis zu 28 Knoten spielte sich schon vor dem Start das erste Drama ab, den führenden Dänen Jonas Warrer/Martin Kirketerp Ibsen war der Mast gebrochen, sie kehrten an Land zurück und liehen sich das Boot der Kroaten aus. Die Österreicher starteten aggressiv, übernahmen die Führung und segelten, während die Konkurrenz kenterte und kenterte, dem prestigeträchtigen Sieg mit komfortablem Vorsprung entgegen, doch im Finish ging in voller Fahrt der Mast zu Bruch. "Die Vorstellung der Burschen war Weltklasse, jene der Wettfahrtleitung eine Frechheit", resümiert Coach Peter Krimbacher dementsprechend sauer.
Die Dänen klassierten sich mit fremdem Material an siebenter Stelle und retteten drei Zähler auf die Spanier Iker Martinez/Xabier Fernandez und fünf auf die Deutschen Jan-Peter Peckolt/Hannes Peckolt ins Ziel. Zwar erhoben das spanische Team und die Wettfahrtleitung Einspruch, da der Bootswechsel nicht regelkonform sei. Außerdem sei nur der Mast kaputt gewesen, hieß es. Doch der Grüne Tisch wies alle Proteste ab.
Enttäuschung bei Rot-weiß-rot
Im rot-weiß-roten Lager machte sich Enttäuschung breit. "Wir sind wie die anderen auch nicht ganz fehlerfrei am Weg gewesen, hatten aber zum Unterschied zur Konkurrenz bei den zum Teil irregulären Verhältnissen nicht das notwendige Glück, um ganz vorne mitzumischen. Das Medal Race war irgendwie symptomatisch, ausgezeichnet gesegelt und dennoch 22 Punkte mehr auf dem Konto. Eine bittere Pille, aber für uns ist das letzte olympische Wort noch nicht gesprochen, in London wollen wir Versäumtes endgültig nachholen", hieß es von den Vize-Weltmeisterin von 2007.
"Der Sieg in dieser Wettfahrt wäre ein versöhnlicher Abschied von China gewesen. Was uns jetzt bleibt ist Rang acht, ein zerstörtes Boot und der Respekt aller anderen 49er, die uns nach dem Medal Race gratuliert haben", merkte der Tiroler Steuermann Delle-Karth an.
(apa/red)