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15.8.2008 05:23

Jukic erkämpft Europarekord und Finale:
Schwechater Bestmarke in Peking bestätigt

  • Rogan erreicht über 200m Rücken ebenfalls Endlauf
  • Dinko Jukic verabschiedet sich von ersten Spielen

Jetzt hat sie ihn, den Europarekord. Mirna Jukic hat bei den Olympischen Spielen in Peking jene Bestmarke über 200 m Brust nachgeholt, deren vermutliche Aberkennung wegen des wohl zu kurzen Schwechater Beckens ihr doch im Magen gelegen war. In 2:23,76 Minuten markierte die 22-Jährige im Semifinale die neue Richtzeit, zog damit ins Olympia-Finale ein. Wie Markus Rogan über 200 m Rücken war es die drittbeste Semifinalzeit.

"Ich habe mein Versprechen gehalten, dass ich in Schwechat gegeben habe, dass ich noch schneller schwimmen kann", erklärte Jukic. Um 14/100 Sekunden früher als am 26. Juli bei den österreichischen Meisterschaften blieb die Uhr stehen, womit die 22-Jährige ihren vom 10. Juni stammenden OSV-Rekord um 44/100 drückte. Im Semifinale waren wie im Vorlauf nur die US-Amerikanerin Rebecca Soni und die Australierin Leisel Jones schneller.

Überraschend aber war nicht mehr der Langzeit-Europarekord der Ungarin Agnes Kovacs vom 20. September 2000 für Jukic zu unterbieten. Denn die Norwegerin Sara Nordenstam hatte die 2:24,03 vom Olympia-Semifinale in Sydney im ersten Pekinger Semifinallauf überraschend auf 2:23,79 gedrückt, auch die 16-jährige Russin Julia Efimowa blieb mit 2:24,00 unter der bisherigen europäischen Topmarke.

Trainervater zeigte Rekord an
Jukic aber wollte diesen Rekord, abgesehen natürlich vom Finaleinzug. Das ließ sich ganz gut miteinander verbinden. "Als ich angeschlagen habe, war ich mir nicht sicher, ob es der Rekord ist. Denn ich habe davor im ersten Lauf nur gesehen, dass Nordenstam eine 2:23,7 geschwommen ist." Ein Blick auf die Tribüne zum Trainervater Zeljko Jukic und dessen Jubel waren das Zeichen, dass es knapp gereicht hatte.

Dabei hatte sich Jukic gar nicht gut gefühlt vor dem Rennen. "Ich habe schlecht geschlafen. Aber jetzt habe ich trotzdem gezeigt, dass die Schwechater Zeit keine Eintagsfliege war." Und sie sieht sich noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. "Ich kann noch schneller, da ich mit meinen Kräften haushalten kann." Vielleicht ja schon am Freitag im für 4.12 Uhr MESZ angesetzten Endlauf, für den die 100-m-Dritte nun Medaillen-Kandidatin ist.

Markus Rogan schwimmt um Edelmetall
Nur sieben Minuten nach der Europameisterin wird Markus Rogan um seine dritte Olympia-Medaille schwimmen. Der 26-Jährige erledigte über seine Paradestrecke die Semifinal-Aufgabe ordentlich, musste - allerdings klar - dem US-Duo Aaron Peirsol und Ryan Lochte den Vortritt lassen. Das Feld lag hinter Rogan jedoch ganz dicht beisammen, der nur um 51/100 als Rogan langsamere Helge Meeuw ist im Endlauf nur Zuschauer.

Der Deutsche war mit dem Russen Arkadij Wjatschanin zeitgleich gewesen und verlor das anschließende Swim-off gegen den Bronzemedaillen-Gewinner über 100 m Rücken ganz glatt. Die weiteren Final-Teilnehmer sind der gefährliche Japaner Ryosuke Irie, der rumänische Athen-2004-Dritte Razvan Florea, der Brite Gregor Tait und der Australier Hayden Stoeckel. Vielleicht gut für die Konkurrenz, dass Wjatschanin ein weiteres Rennen schwimmen musste.

Rogan gibt sich skeptisch
Rogan aber ist sich seiner Medaillenchance alles andere als sicher: "Nein, das bin ich nicht, absolut nicht." Die erstarkte und vor den Spielen nicht so hoch eingeschätzte Konkurrenz gibt dem 26-Jährigen zu denken. Auch war das OSV-Ass mit seiner Semifinalleistung nicht ganz zufrieden. "Es war schwieriger als im Vorlauf, disproportional schwieriger. Denn so eine geringe Zeitsteigerung zum Vorlauf hätte mich nicht so viel kosten dürfen."

Der Kurzbahn-Weltmeister gab sich vielleicht selbst die Antwort, warum es nicht locker gewesen war. "Ich bin mit der Blamage im Kopf geschwommen. Das muss ich im Finale hinter mir lassen." Ein Semifinal-Out wie über 100 m Rücken hätte ein jähes Ende hinter Rogans Medaillen-Träume gesetzt." Selbst punkto Taktik für den Endlauf war Rogan vorerst ratlos. "Ich weiß sie noch nicht, ich werde sie mit Claudio (Anm.: Trainer Rossetto) besprechen."

Dinko Jukic' erste Olympia-Teilnahme zu Ende
Schließlich beendete Dinko Jukic seine ersten Olympischen Spiele mit Semifinalrang 16 über 200 m Lagen. In 2:00,98 war der 19-Jährige noch um 41/100 langsamer als im Vorlauf. "Es ist einfach ein sehr langer Wettkampf und es fehlt schon die Kraft." Im Großen und Ganzen war Jukic mit sich aber zufrieden. Über 200 m Delfin war er ja 10., über 400 m Lagen 15. geworden. "Das war mein erstes Olympia, ich kann mich nicht beschweren."
(apa/red)

15.8.2008 05:23
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