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12.8.2008 16:30

Toller OSV-Rekord reicht nicht fürs Finale:
Kraul-Staffel erreicht undankbaren 9. Rang

  • Koll verbessert als Startschwimmer eigenen Rekord
  • 200 m Delfin: Nina Dittrich schwimmt neue Bestzeit

In den olympischen Schwimmbewerben in Peking haben Österreichs Aktive mehrheitlich hervorragende Leistungen gebracht, aber Pech gehabt. Die Herrenstaffel über 4 x 200 m Kraul verpasste als Neunte den Aufstieg ins Semifinale ebenso um einen Platz wie Nina Dittrich als 17. über 200 m Delfin den ihren ins Semifinale. Hunor Mate schwamm über 200 m Brust als 21. um 37/100 am Aufstieg vorbei, Maxim Podoprigora wurde 35.

Die klare Qualifikation der Staffel für Olympia war schon eine Überraschung gewesen, nun hatten sich Dominik Koll, David Brandl, Florian Janistyn und Markus Rogan gar das Olympia-Finale vorgenommen. Schließlich verpassten sie es nur um 54/100, verbesserten aber ihre nationale Rekordmarke vom Bronze-Lauf bei den Europameisterschaften im März in Eindhoven um 2,54 Sekunden auf 7:11,45 Minuten.

Koll hatte als Startschwimmer seinen OSV-Einzelrekord über 200 m Kraul im Einzel-Vorlauf um 9/100 auf 1:47,72 Minuten gedrückt, ehe Brandl mit einem Split von 1:46,45 eine äußerst starke Leistung bot und sein Team als Gesamt-Fünfter übergab. Doch der als Ersatzmann nach Peking angereiste Janistyn - "Ich war sehr nervös" - konnte das Niveau nicht halten und übergab nach weiteren 1:50,48 Rogan ohne wirkliche Aufstiegschance.

"Zweimal Neunter ist schon dumm"
Der Rücken-Spezialist arbeitete sich aber im zweiten der beiden Heats Stück um Stück an den südafrikanischen Schlussschwimmer Sebastian Rousseau heran, nahm ihm 3,66 Sekunden ab. Doch das war für den Aufstieg eben noch um 54/100 zu wenig. Rogan hatte nicht ganz mitbekommen, dass vier Bahnen neben ihm der Südafrikaner strauchelte. "Verdammt! Ich habe den nicht gesehen. Zweimal Neunter ist schon dumm."

Der OSV-Star war ja schon über 100 m Rücken Neunter, mit seinem Staffel-Split war er freilich zufrieden. Eine ausgezeichnete Leistung brachte Brandl. "Das war sehr stark, ich habe mich sehr gut gefühlt. Bei der EM Dritter, jetzt Neunter. Neunter in der Welt ist nicht so schlecht in einer Staffel", erklärte er. Sein Trainer Helge Gödecke freute sich abgesehen von der Gesamtleistung über die um mehr als 1,5 Sekunden schnellere Zeit als der deutsche Rekord.

Koll: "Es passiert mir nur sehr selten, dass ich mich über eine Zeit freue, obwohl die Platzierung ungünstig ist. Wir sind Superzeiten geschwommen." Zu seinem um ein bisschen verbesserten OSV-Einzelrekord meinte der Linzer: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Bubka hat es auch so gemacht. Ich habe mich gesteigert, das ist wichtig."

Rekord bei einzigem Einsatz
Dittrich drückte bei ihrem ersten und einzigen Olympia-Einsatz in Peking ihre persönliche Bestzeit um 1,01 Sekunden auf 2:09,85 Minuten und blieb damit um 65/100 unter dem seit dem 16. Mai 2004 bestandenen nationalen Rekord von Petra Zahrl. "2:10 ist das Beste, da wollte ich drunter bleiben", meinte die 17-Jährige erfreut. Ihre Familie inklusive Trainervater Kurt Dittrich hatte im Urlaub in Villach mitgefiebert.

Es war das letzte Rennen der Schülerin unter der sportlichen Ägide des Olympia-Teilnehmers 1980. Ab sofort wird sie von Helge Gödecke in Linz trainiert. Ein bisschen hoffte sie noch auf einen Semifinal-Einsatz, da sie als erster Ersatz geführt wurde. "Ich bereite mich so vor, als hätte ich ein Rennen", erklärte Dittrich. "Bei Dominik haben sich auch zwei Leute streichen lassen (Anm.: 200 m Kraul)."

"Muss jetzt vier Jahre warten"
Mate drückte seine Bestzeit über 200 m Kraul um 1,65 Sekunden auf 2:11,56 Minuten, womit er nur 47/100 über dem seit der WM 2001 in Fukuoka bestehenden OSV-Rekord von Maxim Podoprigora blieb. "Mit der Zeit bin ich glücklich", erläuterte der 25-Jährige. "Aber ich wollte unbedingt ins Semifinale kommen. Jetzt muss ich weitere vier Jahre darauf warten."

Total verzweifelt war aber Podoprigora. In 2:14,43 Minuten kam der 30-Jährige nur auf den 35. Rang. "Keine Ahnung, was passiert ist. Ich verstehe das einfach nicht. Das geht so seit ein paar Jahren." Laut Trainingsleistungen hätte es nach Einschätzung des Wieners unter 2:10 gehen müssen. "Es muss etwas im Kopf sein. Ich verstehe das nicht, ich verstehe das nicht." Podoprigora war total gebrochen. (apa/red)

12.8.2008 16:30
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