Usain Bolt ist der schnellste Mann der Welt:
Jamaikaner läuft neuen 100-m-Weltrekord
- Olympiasieger drückt Bestmarke auf 9,69 Sekunden
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Das war kein Lauf, das war ein Tiefflug. Und im Finish breitete Usain Bolt die Flügel aus und setzte zur Landung an. Wer weiß, wo der Jamaikaner sonst gelandet wäre. Bei den Olympischen Spielen in Peking machte der erst 21-jährige Leichtathlet Zwischenstation bei der neuen Weltrekordzeit von 9,69 Sekunden und holte sich in unglaublicher Manier die Goldmedaille.
Silber ging an Richard Thompson aus Trinidad (9,89), Bronze an Walter Dix aus den USA (9,91). Ex-Weltrekordler Asafa Powell aus Jamaika wurde als großer Geschlagener Fünfter (9,95), US-Weltmeister Tyson Gay war bereits im Halbfinale ausgeschieden.
Bolt unterbot den von ihm am 31. Mai in New York aufgestellten Weltrekord um 3/100 Sekunden, noch mehr wäre möglich gewesen, hätte der Jamaikaner nicht schon weit vor der Ziellinie die Arme ausgebreitet und sich auf die Brust geklopft. Die Ehrenrunde im Vogelnest vor 91.000 Zuschauern war ein emotionaler Triumphzug, den er mit einem Tänzchen bereicherte, und auch Powell verbeugte sich verbal: "Er war heute Abend definitiv unantastbar. Er ist spektakulär, er ist der größte Sprinter aller Zeiten."
Konkurrenten zu Statisten degradiert
In der Tat, denn Bolt hatte seinen Landsmann und die restlichen sechs Finalisten zu Statisten degradiert. "Ich habe gewusst, dass ich den Weltrekord in den Beinen habe, aber ich bin nur hier hergekommen, um zu siegen. Ich habe heute Geschichte für Jamaika geschrieben", lautete der erste Kommentar von Bolt, der nun in Peking auch noch über 200 und 4 x 100 m Olympiasieger werden will.
Auf die Frage, warum er bereits nach 80 Metern "abgestellt" hatte, meinte Bolt: "Das war nicht geplant, das ist einfach passiert. Ich wollte einfach feiern." Und mit seinem Landsmann und großen Konkurrenten Powell hatte er unmittelbar nach dem Triumph noch keine Worte wechseln können. "Ich konnte ihm nichts sagen, denn ich war schon 200 Meter weiter." Dieses Bolt-Zitat charakterisierte wohl am besten den Rennverlauf.
Aus dem prognostizierten Dreikampf war schon vor dem Finale ein Duell geworden, denn Gay war im Semifinale hängengeblieben. Der dreifache Sprint-Weltmeister von Osaka 2007, der noch vor ein paar Tagen gemeint hatte, dass er fit sei und seine Zerrung im linken Oberschenkel völlig auskuriert habe, wollte schneller sein als der "Jamaika-Express" und scheiterte als Fünfter im Halbfinale in 10,05 Sekunden kläglich. "Ich habe hundert Prozent gegeben, bin so schnell gelaufen, wie ich kann, aber heute war nichts in mir. Es gibt dafür keine Entschuldigung", sagte der bitter enttäuschte 26-Jährige.
(apa/red)