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14.8.2008 17:41

Bammer vergeigt den Halbfinal-Aufstieg: Tennis-Mama unterliegt Russin in 3 Sätzen

  • Wera Swonarewa besiegt Österreicherin 6:3,3:6,6:3
  • Magenschmerzen stoppten die Oberösterreicherin

Sybille Bammers Kampfgeist hat nicht ausgereicht, um in Peking eine Olympia-Medaille zu holen. Die von Magenkrämpfen geplagte Österreicherin unterlag im Viertelfinale der Russin Wera Swonarewa nach 2:05 Stunden mit 3:6,6:3,6:3 und schied aus. Bammer vergab damit die große Chance auf den erstmaligen Einzug einer Österreicherin ins Halbfinale, in dem sie im Falle einer Niederlage noch ein Spiel um Bronze gehabt hätte.

Mit fast vier Stunden Verspätung hatte wegen heftigen Regens der drittletzte Turniertag im Olympic Green Tennis Center begonnen. Und während am Centercourt der Schweizer Superstar Roger Federer dem von Microsoft-Gründer Bill Gates angefeuertem Weltranglisten-Siebenten James Blake (USA) glatt in zwei Sätzen unterlag, forderte Bammer auf Platz zwei die Weltranglisten-Neunte aus Moskau voll.

Comeback im zweiten Satz
Allerdings kam die Oberösterreicherin erst im zweiten Satz auf Touren, weil sie sich wegen des Regens weder einspielen, noch richtig für das wichtige Match aufwärmen hatte können. Zudem plagten sie Magenbeschwerden, die auch mit einer Schmerztablette nicht wegzubekommen waren.

Trotzdem drehte die Ottensheimerin groß auf, nachdem sie den ersten Satz verloren hatte und ließ der aufschlagstarken Swonarewa im zweiten Durchgang keine Chance. Im entscheidenden Satz ließ sich Bammer auch durch ein Break und einen schnellen 0:3-Rückstand zunächst nicht irritieren. Sie glich auf 3:3 aus und hatte bei 3:4 und 40:15 zwei Spielbälle auf das 4:4, ehe sie nach drei knappen Outbällen in Folge doch noch das entscheidende Break zum 3:5 kassierte. Swonarewa servierte die Partie mit dem ersten Matchball aus.

"Konnte keinen Schluck trinken"
"Ich konnte wegen der Magenschmerzen das ganze Match keinen Schluck trinken", erklärte eine enttäuschte Bammer nach der Niederlage. Dass bei den entscheidenden Outbällen auch ein österreichischer Linienrichter im Spiel war, hatte Bammer mitbekommen. "Das waren Bälle, die man nicht unbedingt out geben muss. Typisch Österreich", zeigte sich Bammer aber eher belustigt.

Für ihre ersten Spiele habe sie unter dem Strich sehr gut gespielt. "Nach den ganzen gesundheitlichen und privaten Problemen bisher bin ich hier wieder gut in Form gekommen. Diese Form will ich zu den US Open mitnehmen." Olympia sei einzigarztig gewesen. "Es war ein einmaliges Erlebnis und ich bin froh, dass ich dabei sein durfte." Ein weiteres Antreten 2012 in London wollte die Mutter der siebenjährigen Tina zumindest nicht ganz ausschließen.

Der Stress der vielen Matches in wenigen Tagen hat Bammer im Gegensatz zu vielen anderen nicht gestört. "Das ist so, dann müssen sie es sich vorher überlegen, ob sie hier spielen." An eine Medaille habe sie aber auch vor dem Viertelfinale nie wirklich gedacht. "Dazu war doch alles noch zu weit weg", gestand die Oberösterreicherin.

Nächste Station: US Open
Bammer kehrt nun auf die WTA-Tour zurück. Wegen Olympia hat sie keinen Platz mehr in New Haven bekommen und fliegt deshalb am Dienstag direkt zum Training für die US Open nach New York. Erst danach gibt es drei Wochen Heimtraining und ein längeres Wiedersehen mit der Familie inklusive Tochter Tina.

Coach Jürgen Waber kritisierte ebenso die fehlenden Einspielmöglichkeiten. "Damit kommt Sybille eher schlecht zurecht. Sie hat deshalb vor allem am Anfang auch nicht zu ihrer normalen Aufschlagleistung gefunden." Es sei schade, "denn eine Medaille war schön langsam zum Greifen nahe. Ich bin aber trotzdem sehr stolz auf Sybille." (apa/red)

14.8.2008 17:41
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