Kaukasus-Region: Medwedew verspricht Sarkozy Abzug aller russischen Truppen
- Derzeit rund 10.000 russische Soldaten in Georgien
- Medien berichten aber über Truppen-Verlegungen

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Eigentlich will Russland heute Mittag seine Truppen aus der Kaukasus-Region abziehen. Das hat zumindest Präsidenten Dmitri Medwedew in einem Telefonat dem französischen Präsidenten und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy zugesichert. Doch Zeitungsberichten zufolge soll Russland weitere Waffen und Truppen in die Region entsandt haben.
Wie die "New York Times" unter Berufung auf US-Geheimdienstberichte auf ihrer Website berichtete, hat Russland nördlich der südossetischen Hauptstadt Zchinwali Raketenwerfer stationiert, die Tiflis erreichen könnten. Außerdem würden weitere Truppen in die Region verlegt, hieß es.
Bataillon nach Nordossetien
Ein russisches Bataillon sei von Pskow nach Beslan in Nordossetien verlegt worden. In der Region Kostroma bereiteten sich mehrere weitere Bataillone auf eine Verlegung in den Kaukasus vor, berichtete die "NYT" weiter. Außerdem sollen russische Kriegsflugzeuge Trainingsflüge über dem Schwarzen Meer absolviert haben.
Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe halten die russischen Truppen ihre Stellungen im georgischen Kernland nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP weiter besetzt. Auf der Straße von Gori nach Tiflis parkte demnach eine lange Schlange von russischen Militärfahrzeugen, darunter 25 Panzer und 25 Truppentransporter. Der Konvoi sei bis 30 Kilometer vor Tiflis vorgerückt. Ein russischer Soldat sagte, die Einheiten seien Friedenstruppen und würden bleiben.
Nur leere Versprechen von Medwedew?
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte zuvor angekündigt, er werde mit dem Truppenabzug beginnen. Ein von der EU vermittelter Sechs-Punkte-Plan sieht neben einer Waffenruhe vor, dass die georgischen Truppen sich in ihre vorherigen Stellungen zurückziehen und die russische Armee hinter die Grenzen "vor Ausbruch der Feindseligkeiten" zurückkehrt.
10.000 Soldaten in Georgien
Nach Schätzungen stehen noch mehr als 10.000 russische Soldaten im georgischen Kernland sowie dem abtrünnigen und von Moskau protegierten Gebiet Südossetien. Der Generalstab in Moskau bestätigte die Besetzung des wichtigsten georgischen Wasserkraftwerks am Inguri-Fluss an der Grenze zum abtrünnigen Gebiet Abchasien. Der Schritt wurde mit dem Schutz gegen mögliche Sabotage gerechtfertigt.
Sarkozy warnt Medwedew
Sarkozy warnte Medwedew in dem Telefonat vor "schweren Folgen für die Beziehungen Russlands zur Europäischen Union", wenn Russland die Vereinbarung über den Truppenabzug nicht "schnell und vollständig" umsetze. Der Abzug russischer Truppen ist einer der wichtigsten Punkte des von der EU vorgelegten Waffenstillstandsabkommens, das inzwischen von Russland und Georgien unterzeichnet wurde.
Georgische Truppen hatten am 7. August eine Offensive gegen die abtrünnige Region Südossetien gestartet. Russland, das sich als Schutzmacht Südossetiens begreift, entsandte umgehend reguläre Einheiten. Diese marschierten auch tief in georgisches Kerngebiet ein.
(apa/red)
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