Freitag, 15. August 2008

23 Tote bei blutigen Bandenkrieg in Mexiko:
Drogenkartelle kämpfen um Machtposition

  • Brutaler Überfall auf eine Messe in Entzugszentrum
  • Insgesamt starben 780 Menschen seit Jahresbeginn

Der Drogenkrieg im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua wird immer brutaler: Wie die Polizei mitteilte, töteten Mitglieder rivalisierender Drogengangs innerhalb von 24 Stunden mindestens 23 Menschen. Allein in der Grenzstadt Ciudad Juarez, wo sich zwei Bandenkartelle einen blutigen Kampf um die Vorherrschaft beim Drogenschmuggel in die USA liefern, wurden demnach 17 Menschen ermordet.

Darunter waren ein Priester, ein Polizist und ein Rechtsanwalt. In der Provinzhauptstadt Chihuahua entführten Bandenmitglieder fünf Männer und richteten sie später hin. Ein weiterer erlag im Krankenhaus seinen Schussverletzungen. Laut den Behörden handelten es sich um die blutigsten 24 Stunden seit Jahren.

Überfall auf Messe
Am brutalsten gingen Bandenmitglieder in einem Entzugszentrum von Ciudad Juarez vor. Nach Behördenangaben schossen sie während einer Messe in dem Zentrum wahllos in den Raum, erschossen acht Betende und den Priester und verletzten fünf weitere schwer. Danach verließen sie seelenruhig an den Wachbeamten vorbei das Zentrum. Diese unternahmen nichts, um die Mörder aufzuhalten.

Im Kampf der rivalisierenden Drogenkartelle wurden seit Anfang des Jahres allein in Ciudad Juarez rund 780 Menschen getötet. Um den Drogenhandel und die Gewalt einzudämmen, hat die Regierung an verschiedenen Punkten Mexikos 36.000 Soldaten und Bundespolizisten stationiert, davon 2.500 in Ciudad Juarez.
(apa/red)

15.8.2008 14:52