Drei Tote bei brutaler Schießerei in Hessen:
Täter flohen unerkannt aus einem Eissalon
- Neben Schusswaffen waren auch Messer im Spiel
- Ein viertes Opfer ringt im Krankenhaus mit dem Tod

Drei Menschen sind in der Rüsselsheimer Innenstadt erschossen worden. Ein vierter zunächst Totgesagter ringt nach neuesten Polizeiangaben in einem Krankenhaus mit dem Tod. "Der Zustand des Mannes ist sehr kritisch", sagte ein Beamter in Darmstadt. Zwei Türken lagen laut Polizei tot vor einem Eiscafe. Die Identität der in der Eisdiele erschossenen Frau ist noch nicht geklärt. Auch die Hintergründe der Bluttat blieben zunächst unklar.
Während der gesamten Nacht fahndeten die Ermittler mit Hochdruck nach den Tätern. Dabei kam auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz. "Die Suche läuft auf vollen Touren", hieß es im Lagezentrum des hessischen Innenministeriums. Experten der Spurensicherung untersuchten den Tatort. "Wir suchen das komplette Rhein-Main-Gebiet solange ab, bis wir wissen: Die Täter sind nicht in diesem Gebiet", sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt wollte am Vormittag über die weitere Entwicklung informieren.
Schießerei vor den Augen der Gäste
Die blutige Schießerei in der Nähe des Rüsselsheimer Bahnhofs hatte sich vor den Augen mehrerer Gäste ereignet. Zeugen fanden die beiden getöteten Männer vor dem Cafe. Der lebensgefährlich verletzte Mann und die getötete ältere Frau lagen dagegen in dem Lokal. Zunächst war berichtet worden, dass der Mann auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben sei. Die Frau war vermutlich rein zufällig in die Schusslinie geraten. Anrainer der Fußgängerzone hatten die Schüsse kurz vor 20.00 Uhr gehört. Nach ersten Erkenntnissen benutzten die Täter neben den Schusswaffen auch ein Messer.
Über das Motiv der Täter herrscht noch Unklarheit. Hinweise auf einen möglichen Mafia-Mord gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. "Wir haben dazu bisher null Hinweise", sagte ein Beamter des Innenministeriums in Wiesbaden. Ob es sich um organisierte Kriminalität handelt, konnten die Ermittler noch nicht beurteilen. Sie vermuteten aber, dass die Täter einen kaltblütigen Mordanschlag ausführten. Die vier Opfer waren unbewaffnet.
(apa/red)
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