Dienstag, 12. August 2008

Sekte in USA ließ Kleinkind verhungern: 15 Monate alter Bub wollte nicht "Amen" sagen

  • Mitglieder der Gruppe betrachteten Javon als Dämon
  • Versteckten die Leiche des Jungen über eine Woche

Weil er nach dem Essen nicht "Amen" sagen wollte, hat eine Sekte im US-Bundesstaat Maryland einen etwa 15 Monate alten Buben verhungern lassen. Die Leiche des Kindes wurde laut Polizei in einem Koffer gefunden, seine Mutter und drei weitere Mitglieder der Gruppe "1 Mind Ministries" wurden festgenommen und des Mordes beschuldigt.

Der kleine Javon erhielt nach Gerichtsunterlagen im Dezember 2006 keine Nahrung mehr, seine sterblichen Überreste wurden im Frühjahr dieses Jahres entdeckt. Die Sektenmitglieder in Baltimore hätten keinen Arzt gerufen, als der Bub aufgehört habe zu atmen, heißt es in den Gerichtsunterlagen. Er sei in den Armen seiner Mutter gestorben. Den Angaben liegen polizeiliche Aussagen eines geheimen Informanten und zweier Kinder zugrunde, die Mitglieder der Sekte waren, bis sie die Polizei von dort wegholte.

Die 21 Jahre alte Mutter wurde am Montag in einer psychiatrischen Abteilung festgehalten. Die drei weiteren Sektenmitglieder wurden bereits im Mai wegen eines anderen Delikts aufgegriffen, ein fünfter Verdächtiger befindet sich laut Polizei noch auf der Flucht.

Javon als Dämon betrachtet
Mitglieder der Gruppe hätten Javon als Dämon betrachtet, sagten die beiden als Zeugen genannten Kinder. Dem Buben sei unter anderem deswegen die Nahrung verweigert worden, weil er nach dem Essen nicht habe "Amen" sagen wollen. Einem nicht genannten Informanten zufolge versteckte eines der Sektenmitglieder die Leiche mehr als eine Woche lang in einem Zimmer, mit der Begründung, Gott werde den Buben von den Toten auferwecken.

Als die Gruppe Anfang 2007 von Baltimore nach Philadelphia umzog, wurde ein Koffer mit der Leiche in einem Schuppen zurückgelassen und später nach New York gebracht. Die Polizei entdeckte ihn im April nach einem Hinweis des Informanten.

(apa/red)

12.8.2008 19:27