Panzer am Olympia-Gelände: Schon dritter Anschlag in Folge in Unruhegebiet Xinjiang!
- Angreifer tötete drei Polizisten mit einem Messer
- Sicherheitsmaßnahmen wurden drastisch verschärft

·China: Elf Tote bei neuer Anschlagsserie
Regierung: Uigurische Separatisten sind schuld
·Chinese tötet US-
Touristen in Peking
Attentäter stürzte sich nach Bluttat von Turm
·16 Tote bei Anschlag kurz vor Olympia-Start
China beruhigt nun und garaniert "sichere Spiele"
Erneut ist während der Olympischen Spiele in Peking ein Anschlag in der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang verübt worden. Ein Angreifer erstach drei Mitglieder der Sicherheitskräfte an einem Straßenkontrollpunkt nahe der Stadt Kashgar. Der Täter konnte flüchten. In Peking wurden indes sogar Panzer und Sonderkommandos auf das Olympia-Gelände verlegt, um Terrorakte zu verhindern.
Der Unbekannte sei aus einem Auto gesprungen und habe die Sicherheitsleute angegriffen, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua. Drei Mitglieder der Sicherheitskräfte seien bei der Tat in Yamanya (Bezirk Shule) ums Leben gekommen, ein weiteres wurde verletzt. Ob es sich bei den Angegriffenen um Soldaten oder Polizisten handelte, war unklar. Die Attacke ereignete sich rund 30 Kilometer außerhalb der Stadt Kashgar, wo am vergangenen Montag bei einer Bluttat 16 Grenzsoldaten getötet worden waren. Es gebe keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Angriffen, schrieb Xinhua. Am Sonntag kamen elf Menschen bei einer Anschlagsserie auf Supermärkte und Hotels in der Wüstenstadt Kuqa ums Leben. Die Behörden machten uigurische Terroristen für diese Tat verantwortlich.
Die chinesische Regierung hat die uigurischen Separatisten als die größte Gefahr für die Spiele bezeichnet, die im mehr als 3.000 Kilometer östlich gelegenen Peking ausgetragen werden. Die autonome Region Xinjiang - sie grenzt unter anderem an Afghanistan, Pakistan und den indischen Teil Kaschmirs - wird mehrheitlich von muslimischen Uiguren bewohnt. Die Separatisten kämpfen für ein von China unabhängiges "Ost-Turkestan".
Panzer am Olympia-Gelände
Fast zeitgleich mit dem jüngsten Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Olympia-Stadt Peking weiter verschärft. Mindestens zwei Panzerfahrzeuge der paramilitärischen Eliteeinheiten fuhren vor dem Hauptpressezentrum und in der Nähe des Nationalstadions auf. Beim olympischen Dorf wurden schwer bewaffnete Sonderkommandos postiert. Auch an den Eingängen zum Olympia-Gelände tauchten die in Kampfanzüge gekleideten und mit Maschinenwaffen ausgerüsteten Soldaten auf.
Das Olympia-Organisationskommando BOCOG erklärte, es gebe keine konkrete Gefahr. Die Maßnahmen seien zum Schutz von Athleten, Journalisten und Besuchern gedacht. BOCOG-Generalsekretär Wang Wei betonte gleichzeitig, die Entscheidung sei von den "zuständigen Autoritäten" getroffen worden. "Uns wurde mitgeteilt, dass es eine reine Sicherheitsmaßnahme ist und es keine Probleme für das Dorf gibt", sagte der deutsche Teamsprecher Gerd Graus. Die Schützenpanzer trugen die Aufschrift "Wujing" - bewaffnete Polizei, die in China Teil der Volksbefreiungsarmee ist.
Hunderttausende Soldaten im Einsatz
330.000 dieser Elitetruppen sind laut der Experten-Webseite sinodefence.com für die innere Sicherheit zuständig. Die Einheiten sind auch in den Unruhegebieten im Einsatz, in denen sich Tibeter und Uiguren gegen die chinesische Herrschaft auflehnen. Auch die chinesischen Wächter in Trainingsanzügen, die zum Schutz neben dem olympischen Feuer um die Welt mitgelaufen sind, stammten aus speziellen Einheiten der 1983 gegründeten Bewaffneten Polizei.
Während der Spiele sind in Peking Hunderttausende Polizisten und Soldaten zur Abwehr von Sicherheitsgefahren im Einsatz. Unter anderem gibt es Kontrollen auf den Einfahrtsstraßen nach Peking, und in den U-Bahn-Stationen wird das Gepäck der Reisenden durchleuchtet. Menschenrechtler kritisieren vor allem die Einschränkung der Freiheitsrechte in Peking. Mit Zensur und Demonstrationsverboten hätten es die Behörden eigentlich darauf abgesehen, Regimekritiker mundtot zu machen.
(apa/red)
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