Mugabe skeptisch über baldige Einigung: Gespräche über Krise in Simbabwe stocken
- Blockaden bei Verhandlungen über Machtteilung
- Südafrikanischer Präsident Mbekis als Vermittler

·Simbabwe-Wirtschaft
derzeit im freien Fall
Florierende Entwicklung bis in die 90er Jahre
·Simbabwe: Ein Land kämpft um die Freiheit
Eroberung durch die Europäer im 19. Jhdt.
·Chronologie der Krise in Simbabwe
KLICKEN: Was seit der strittigen Wahl passiert ist
Der simbabwesische Präsident Robert Mugabe hat sich bezüglich der Aussicht auf eine baldige Einigung auf eine Machtteilung in seinem Land skeptisch geäußert. Nach den Gesprächen mit dem südafrikanischen Präsidenten Tabo Mbeki als Vermittler und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wurde Mugabe von Reportern gefragt, ob die Gespräche gut liefen: "Nicht wirklich", sagte der seit 28 Jahren zunehmend autokratisch regierende Mugabe. Schon bald werde es erneut Gespräche geben. Noch kurz zuvor hatte sich Mugabe optimistisch gezeigt. Tsvangirai bestätigte lediglich, dass die Gespräche vertagt worden seien.
Die Verhandlungen über eine Machtteilung hätten eigentlich schon längst beendet werden sollen. Die erneute Verlängerung deutete darauf hin, dass die Gespräche blockiert waren. Am strittigsten ist dabei die künftige Rolle Mugabes. Die Opposition will ihn Berichten zufolge bestenfalls als zeremoniellen Präsidenten akzeptieren, Mugabe will sich jedoch offenbar nicht entmachten lassen. Noch kurz zuvor sagte Mugabe auf einer Kundgebung vor mehr als 10.000 Anhängern in der Hauptstadt Harare, die Chancen für eine Aufteilung der Macht seien gestiegen.
Mbeki als Vermittler
Mbekis Besuch in Harare wurde bereits im voraus als Meilenstein gewertet. Der südafrikanische Präsident führte am Sonntag zunächst separate Gespräche mit Mugabe und Tsvangirai. Mugabes umstrittene Wiederwahl Ende Juni hat in Simbabwe Unruhen ausgelöst, bei denen Dutzende Menschen getötet und Tausende aus ihren Häusern vertrieben wurden. Mugabes Partei ZANU-PF und Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) einigten sich dann Ende Juli auf Rahmenbedingungen für Gespräche zur Teilung der Macht. Seitdem verhandeln sie unter der Vermittlung Südafrikas über die detaillierte Umsetzung dieses Vorhabens.
Regierung und Opposition hatten am 21. Juli Verhandlungen über eine Aufteilung der Macht unter Vermittlung Südafrikas zugestimmt. Im Gespräch ist eine Lösung, bei der Tsvangirai Regierungschef werden würde und der 84-jährige Mugabe zwar Präsident bliebe, aber das Amt im wesentlichen auf repräsentative Aufgaben beschränkt wäre.
Präsidentschaftswahl
Tsvangirai hatte den ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl Ende März für sich entschieden, aber die nötige absolute Mehrheit verfehlt. Von der Stichwahl zog er sich wegen zunehmender Gewalt gegen seine Anhänger zurück. Der seit 1980 amtierende Mugabe trat daraufhin als einziger Kandidat an und ließ sich dann auch gleich wieder als Präsident vereidigen. Der Wahlgang wurde vom Westen als "Farce" kritisiert. In der Ära Mugabe ist das früher agrarisch und an Bodenschätzen reiche afrikanische Land völlig heruntergewirtschaftet worden.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
