Wird Kaukasus-Krise zum "Flächenbrand"? Gefechte in Abchasien & Georgiens Kernland
- Immer stärkerer internationaler Druck auf Russland
Bush: Russland-Offensive "im 21. Jhdt. inakzeptabel" - Sarkozy reist als Vermittler nach Moskau und Tiflis
·Stichwort: Abchasien und Südossetien
Autonome Gebiete sind seit Jahren Krisenherde
·Krieg der Worte:
Der Konflikt in Zitaten
Russland: "Wir führen eine Friedensmission aus"
·INFOGRAFIK: Völker- gemisch im Kaukasus
22 Millionen Menschen leben in der Region
·Südossetien: Von Georgien abtrünnig
Chonologie eines langwierigen Konfliktes
·INFOBOX: Alle Infos über Staat Georgien
Seit 1991 verließen eine Million Menschen ihr Land

Erstmals seit Beginn der Kämpfe um Südossetien haben russische Truppen eine Militäroffensive im georgischen Kernland gestartet. Auch Angriffe auf die georgische Stadt Gori ebenso wie der Vormarsch russischer Truppen in Abchasien wurden vermeldet. Mit der Einnahme von Gori ist das Land laut dem georgischen Staatschef Saakaschwili in zwei Hälften geteilt.
Der Präsident bat die internationale Gemeinschaft um mehr als "humanitäre Hilfe und moralische Unterstützung". Die georgische Armee verstärkt derzeit ihre Positionen in der Nähe von Tiflis, um die Hauptstadt zu verteidigen. Zudem wurden alle 2.000 georgische Soldaten im Irak von den US-Streitkräften ausgeflogen. Russland protestierte gegen die US-Transporthilfe.
Angriffe auf Gori
Bei russischen Luftangriffen auf die georgische Stadt Gori sind laut Augenzeugen mehrere Zivilisten verletzt worden. "Die Bomben schlugen vor uns und neben uns ein", berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters aus Gori. "Mehrere Personen wurden verwundet und liegen auf der Straße."
Vormarsch in Abchasien
Mit dem Vormarsch aus der ebenfalls abtrünnigen Region Abchasien sollten laut russischen Quellen neue georgische Angriffe auf Südossetien verhindert werden. Damit geht Russland nun an zwei Fronten gegen Georgien vor. Es versteht sich als Schutzmacht der mehrheitlich russischen Bevölkerung in den von Georgien abtrünnigen Provinzen und wirft Tiflis vor, die Angriffe auf das südossetische Verwaltungszentrum Zchinwali trotz einseitiger Waffenruhe fortgesetzt zu haben.
Saakaschwili spricht von "ethnischer Säuberung"
Saakaschwili beschuldigt wiederum Russland, in Abchasien eine "ethnische Säuberung" durchzuführen. Saakashwilli sagte CNN, dass derzeit der größere Konflikt nicht Südossetien stattfinde, sondern in Abchasien. Die russischen Streitkräfte griffen auf breiter Front militärische und zivile Ziele in Georgien an. Die USA glauben unterdessen, dass Russland die Kämpfe in Südossetien nur als Vorwand für eine langgeplante Invasion Georgiens benutzt hat. Moskau habe nur auf einen Anlass gewartet, "eine umfassende Invasion" zu beginnen, hieß es.
Internationaler Druck wächst
Der internationale Druck auf Russland im Kaukasus-Krieg wächst. US-Präsident Bush fordert einen sofortigen Waffenstillstand und den Rückzug der russischen Truppen. Russland sei in einen "souveränen Nachbarstaat einmarschiert und bedroht eine demokratisch gewählte Regierung", sagte Bush in Washington. Eine solche Militäroffensive sei im 21. Jahrhundert völlig inakzeptabel. Indes starteten Separatisten der georgischen Region Abchasien eine Militäroffensive.
Laut Bush gebe es Hinweise darauf, dass Moskau den Sturz der demokratisch gewählten Regierung in Tiflis betreibe. Die westlichen Mitgliedsländer des UNO-Sicherheitsrats verständigten sich unterdessen auf einen Resolutionsentwurf. Neben einer sofortigen Waffenruhe wird verlangt, dass sich alle Truppen auf das Gebiet zurückziehen sollen, auf dem sie vor Ausbruch der Kämpfe standen. Zudem wird gefordert, die Souveränität und Unabhängigkeit Georgiens zu respektieren. Russland signalisierte bereits Ablehnung.
Sarkozy als Vermittler
Der französische Präsident Sarkozy schaltet sich nun in den Konflikt direkt ein und reist nach Tiflis und Moskau. Einen Solidaritätsbesuch in Tiflis planen zudem die Präsidenten Litauens, Polens und der Ukraine. Russische Truppen hatten am Montag eine Offensive im georgischen Kernland gestartet. Georgiens Präsident Saakaschwili beschuldigte Russland der "ethnischen Säuberung" in dem abtrünnigen Gebiet Abchasien. Saakashwilli sagte CNN, dass derzeit der größere Konflikt nicht in Südossetien stattfinde, sondern in Abchasien.
(apa/red)
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