Ex-Premier Thaksin nach London geflohen:
In Thailand wegen Korruption angeklagt
- Thaksin sollte ursprünglich vor Gericht erscheinen
- Seine drei Kinder sind bereits in Großbritannien

Der in seiner Heimat wegen Korruption angeklagte thailändische Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra hat sich nach Großbritannien abgesetzt. Er wolle dort politisches Asyl beantragen, sagte Thaksin am Montag nach Angaben thailändischer Fernsehsender.
Der Oberste Gerichtshof Thailands erließ Haftbefehl gegen ihn und seine Frau Pojaman. Zur Begründung hieß in Bangkok, die beiden hätten eine gerichtliche Vorladung wegen Korruptionsvorwürfen ignoriert. Damit hätten sie auch ihre Kaution in Höhe von 13 Millionen Baht (rund 260.000 Euro) verloren. Thaksin sollte ursprünglich vor Gericht erscheinen und sich im Laufe der Woche einer von mehreren Korruptionsklagen gegen ihn stellen.
Vor Gerichtsverfahren geflohen
Der Milliardär und seine Frau waren von Peking Richtung London geflogen, nachdem sie die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in der chinesischen Hauptstadt besucht hatten. Den Auslandsaufenthalt hatte ihm der Oberste Gerichtshof Thailands unter der Auflage erlaubt, dass Thaksin sich danach den Gerichtsverfahren gegen ihn stellen werde. Seine drei Kinder waren bereits zuvor von Bangkok nach Großbritannien geflogen. Dort gehört Thaksin unter anderem der Fußballverein Manchester City.
Amtsmissbrauch vorgeworfen
Der ehemalige Ministerpräsident Thailands war Ende Februar aus dem Exil zurückgekehrt, um die Vorwürfe gegen ihn vor Gericht auszuräumen. Er war im September 2006 vom Militär gestürzt worden, das ihm Amtsmissbrauch und Untergrabung der Monarchie vorwarf. Es geht um den Kauf von Grundstücken in Bangkok aus Staatsbesitz, die Thaksins Frau Potjaman 2003 während der Amtszeit ihres Mannes weit unter dem Marktpreis erstand. Thaksin kritisierte die Anklagen als politische Kampagne seiner Gegner.
Thaksin gilt vor allem bei der ärmeren Bevölkerung noch immer als populär. Angesichts der Korruptionsvorwürfe gerieten er und die ihm nahestehende Regierungspartei aber zunehmend in die Kritik. Kritiker werfen seinem Nachfolger Samak Sundaravej vor, eine Marionette Thaksins zu sein. Im Juni forderten rund 10.000 Demonstranten den Rücktritt der Regierung.
(apa/red)
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