Parteien-Jugendwahlkampf: Rudas Seite an Seite mit Faymann. Molterer trifft Fuhrmann
- Etwa acht Unter-35-Jährige am Weg in Nationalrat
- Fuhrmann wird auch im nächsten NR vertreten sein
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Der Kampf um die Wählerstimmen hat nun auch bei den Jugendlichen, die am 28. September erstmals ab 16 wählen dürfen, begonnen. Daher standen SP-Jugendsprecherin Rudas Seite an Seite mit Faymann genauso wie JVP-Obfrau Fuhrmann gemeinsam mit Molterer Rede und Antwort bei Pressekonferenzen.
JVP-Obfrau Silvia Fuhrmann hat das Wahlprogramm der Jungen ÖVP Parteichef Wilhelm Molterer überreicht. Der Vizekanzler sicherte den Jungen zu, ihre Forderungen zumindest teilweise umzusetzen. So soll es für Startwohnungen keine Makler-Gebühren mehr geben. Die Burgenländerin Fuhrmann aus Weiden am Neusiedlersee wird auch im nächsten Nationalrat vertreten sein, obwohl sie in ihrem Bezirk nicht zur Spitzenkandidatin gewählt wurde, versicherte Molterer.
Punkten wollen die Jungen Schwarzen vor allem mit Sozialthemen in ihrem Wahlprogramm unter dem Titel "Substanz statt Pflanz". So wird darin eine Kürzung der Höchstprovision von Immobilienmaklern von maximal drei auf zwei Monatsmieten verlangt. Molterer ging dabei noch einen Schritt weiter und schlug einen gänzlichen Verzicht der Makler auf die Gebühren für Startwohungen vor. Er lud die Makler ein, dazu konkrete Vorschläge zu machen.
Weiters fordert die JVP, dass ein Führerschein statt derzeit durchschnittlich 1.500 Euro künftig nur noch 1.000 Euro kosten soll. Molterer erklärte dazu, er sehe nicht ein, dass etwa in Vorarlberg der Führerschein mehr koste als ein Paket in der Steiermark inklusive dreiwöchigem Aufenthalt. Zudem fordert die JVP eine Erhöhung des Verpflegungsentgelts für Zivildiener, höhere Einstiegsgehälter für junge Menschen und eine Mindestentschädigung für Lehrlinge von 500 Euro.
Die politische Zukunft der JVP-Chefin ist auch weiterhin gesichert. "Silvia Fuhrmann wird dem nächsten Nationalrat angehören. Das habe ich mit (dem burgenländischen VP-Obmann, Anm.) Franz Steindl ausgemacht", versicherte Molterer. Fuhrmann war in ihrem Bezirk der Bürgermeister der Tourismusgemeinde Podersdorf, Andreas Steiner, vorgezogen worden. Sie betonte, dass sie auch bei der letzten Wahl kein Mandat in ihrem Wahlkreis hatte, sondern als achte auf der Bundesliste in den Nationalrat eingezogen ist. Fuhrmann versicherte auch, dass sie nach wie vor, die Unterstützung ihrer JVP habe.
Roter Jugendwahlkampf
Auch die SPÖ startete ihren Jugendwahlkampf. In Beisein von Parteichef Werner Faymann stellten Jugendsprecherin Laura Rudas und Koordinator Peko Baxant vor, was man bis zum Wahltag an Aktivitäten setzen will. Das "zentrale Give-Away" soll eine LED-Taschenlampe mit dem Namen "Faymann-Licht" sein. Sonst werde man es mit "Freetickets", "Gimmicks", "Mini-Tools" und "Mini-Games" angehen und durch eine "Web 2.0.-Philosophie" die Jugend direkt anzusprechen versuchen, erklärte Baxant.
Faymann versicherte, dass er die Anliegen der Jugend ernst nehmen werde, etwa bezüglich Arbeitsplätzen, von denen man tatsächlich leben könne. Auch hob der Parteichef hervor, dass die Jugend diesmal bei der Listenerstellung entsprechend berücksichtigt wurde. Rudas lieferte die Zahlen nach. Etwa acht Kandidaten unter 35 sollten nach ihrer Schätzung den Einzug in den Nationalrat schaffen, davon gleich fünf in der Steiermark. Das Durchschnittsalter auf der Bundesliste beträgt 43,8 Jahre.
Inhaltlich kündigte Rudas an, dass man sich für Themen wie eine Mindest-Lehrlingsentschädigung stark machen werde. Im Kampagnenbuch werden unter anderem die Einführung der Gesamtschule, eine bessere EU-Information an den Schulen sowie ein unentgeltliches Nachholen von Bildungsabschlüssen eingefordert.
Junge Rote in Diskotheken
Schwerpunkt der Kampagne soll laut Baxant das "direkte Gespräch" werden. Aufstellen wollen sich die jungen Roten etwa bei Diskotheken, außerdem möchte man ständig auf Tour sein. Interaktiv agieren will man auf der Internet-Seite neuepolitik.at. Möglichst vielen Menschen soll die Möglichkeit gegeben werden, die "Community" aktiv zu gestalten. Schließlich setzt man noch auf einen weiteren Trend - "Rent a politician". Politiker können auf diesem weg zu Partys und Veranstaltungen eingeladen werden.
Bei der Präsentation waren Faymann und Rudas auch noch als Gärtner gefordert. Direkt vor der Parteizentrale in der Wiener Innenstadt mussten die beiden ein Bäumchen setzen.
(apa/red)
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