Freitag, 15. August 2008

Strasshof-Morde ein Jahr lang geplant? Opfer nannten Josef B. "Kinderschänder"

  • Josef B. musste vor den Morden Wohnung aufgeben
  • Laut Anwalt sind gerichtliche Gutachter an der Reihe

Der mutmaßliche Vierfachmörder von Strasshof hat bereits vor einem Jahr Pläne für die Tat gehegt. Zunächst habe Josef B. nur seine Schwester (63) und deren Ehemann (67) vorgehabt zu töten, so Werner Tomanek, einer der beiden Verteidiger des festgenommenen Josef B. zur APA. Die beiden Verwandten hätten den 66-Jährigen als "Kinderschänder" bezeichnet, so der Jurist. Dies habe jeglicher Grundlage entbehrt.

Im Mai, wenige Wochen vor der Tat, hätten auch die beiden weiteren späteren Opfer herum erzählt, dass der 66-Jährige ein Kinderschänder sei. Deshalb habe Josef B. seinen Bruder (65) und dessen Ehefrau (59) ebenfalls getötet. Tomanek meinte zudem, dass in der Wiener Wohnung, wo der 66-Jährige lebte und die der 63-jährigen Schwester gehörte, der Mietpreis ständig erhöht worden sei. Einen Tag vor den tödlichen Schüssen sei es dann zu einer Wohnungsrückstellung an die Schwester gekommen.

Tomanek, der Josef B. gemeinsam mit Anwalt Rudolf Mayer vertritt, wies im APA-Gespräch darauf hin, dass in dem Fall nun die Gutachter am Wort seien. Es sei der Frage nachzugehen, inwieweit der 66-jährige Verdächtige zurechnungsfähig sei.

Der 66-jährige Josef B. soll am 1. Juli in Strasshof (Bezirk Gänserndorf) vier Verwandte getötet haben. Nach der Bluttat entkam der Mann, bei seiner Flucht hielt er sich in Tschechien und der Slowakei auf. Vor einigen Tagen sei Josef B. nach Österreich zurückgekehrt. Der Tatverdächtige wurde nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf einem Campingplatz beim Stausee Ottenstein im Waldviertel festgenommen. Der 66-Jährige habe sich zu den Vorwürfen geständig gezeigt. Der Kriminelle wurde in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.
(apa/red)

15.8.2008 16:11