Josef B. gesteht grausamen Vierfachmord:
Aufgestauter Hass als Motiv der Bluttat
- Hinweise aus der Bevölkerung führen auf die Spur
- Verdächtiger lässt sich ohne Widerstand festnehmen

·Campinggäste sahen sich in Film versetzt
Schneller Polizeizugriff vor idyllischer Kulisse
Der festgenommene mutmaßliche Vierfachmörder von Strasshof (Bezirk Gänserndorf) ist in die Justizanstalt Korneuburg überstellt worden. Die polizeilichen Einvernahmen wurden beendet, so Oberst Ernst Schuch vom Landeskriminalamt Niederösterreich. Der Tatverdächtige Josef B. habe sich bei den Befragungen "ruhig, gefasst und kooperativ" verhalten, erläuterte Schuch.
Der Tatverdächtige war nach sechswöchiger Flucht auf einem Campingplatz beim Stausee Ottenstein im Waldviertel gefasst worden. Der 66-Jährige soll am 1. Juli vier Verwandte in Strasshof erschossen haben. Josef B. wurde nach seiner Festnahme, bei der er keinen Widerstand leistete, in die Zentrale des Landeskriminalamtes Niederösterreich nach Wien-Rennweg gebracht. Dort wurde er in der Folge einvernommen. Nach Beendigung der polizeilichen Befragungen wurde er am späten Donnerstagabend in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.
Keine Hinweise auf Fluchthelfer
Schuch berichtete, dass es in dem Fall "derzeit überhaupt keine Hinweise" auf Fluchthelfer gebe. Josef B. habe sich nach den tödlichen Schüssen in Tschechien und der Slowakei aufgehalten. Dort habe er entweder in Pensionen oder in einem Zelt, das er mit sich führte, übernachtet. Vor einigen Tagen war der Verdächtige nach Österreich zurückgekehrt. Der 66-Jährige habe bei seiner Flucht "die Örtlichkeiten ziemlich oft gewechselt", sagte der Kriminalist.
Im Zuge der polizeilichen Einvernahmen habe sich auch das Motiv bestätigt. "Aufgestauter Hass" gegen die Opfer, so Schuch. Der "Auslöser" für die Bluttaten sei die Delogierung des 66-Jährigen aus einer Wohnung in Wien gewesen. Die Räumlichkeiten hätten der Schwester von Josef B. gehört. Die 63-Jährige wurde erschossen, ebenso drei weitere Verwandte des Tatverdächtigen.
Getsändiger Verdächtiger
Der 66-jährige Verdächtige zeigte sich zu den Vorwürfen grundsätzlich geständig. Nach Josef B. wurde seit Anfang Juli intensiv gefahndet - auch international. Die Festnahme des Mannes erfolgte aufgrund eines Hinweises, so Schuch. Dieser dürfte von Personen vom Campingplatz gekommen sein. An dem Zugriff waren 15 Kräfte von EKO-Cobra, Bundes- und Landeskriminalamt beteiligt. Der 66-Jährige hatte eine Pistole Kaliber 7,65 bei sich, vermutlich handelt es sich dabei um die Tatwaffe, meinte Schuch. Sie wurde sichergestellt.
(apa/red)
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