Fünfjährige Haftstrafe stark abgekürzt: Saliera-Dieb kommt schon im Oktober frei!
- Gericht: Keine Gründe gegen vorzeitige Entlassung
- Alarmanlagenbauer wurde im Jänner 2006 gefasst

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Der "Saliera"-Dieb wird im Herbst vorzeitig aus der Haft entlassen: Wie das Landesgericht Steyr der APA auf Anfrage bestätigte, geht der zu fünf Jahren verurteilte Wiener am 20. Oktober frei. Er wird zu diesem Zeitpunkt unter Anrechnung der U-Haft exakt zwei Jahre und neun Monate verbüßt haben - um drei Monate mehr als die Hälfte seiner Strafe.
Nach Verbüßung der Strafhälfte können rechtskräftig abgeurteilte Täter ihre vorzeitige bedingte Entlassung beantragen. Das zuständige Vollzugsgericht Steyr hatte im Fall des 52-Jährigen dagegen keine Einwände. "Es stehen dem weder spezial- noch generalpräventive Gründe entgegen", hieß es seitens des Gerichts. Dem früheren Alarmanlagenbauer wurde außerdem eine "ausgezeichnete Führung" bescheinigt, zudem habe er ein gesichertes Entlassungsumfeld.
Spektakulärer Kunstdieb
Der Mann, der einst mit dem spektakulären Diebstahl aus dem Kunsthistorischen Museum (KHM) für Schlagzeilen gesorgt hatte, will nach seiner Entlassung die Öffentlichkeit meiden. "Es wird mit Sicherheit keine Interviews, keine Pressekonferenzen und keine Verfilmung geben", kündigte sein Anwalt Richard Soyer im Gespräch mit der APA an. Der 52-Jährige sehe sich nicht als Held, betonte sein Rechtsbeistand.
Zukunfstaussichten?
"Mein Mandant hat sich bisher nicht und wird sich auch zukünftig nicht medial in Szene setzen. Er hat eine Straftat begangen, zu der es unter besonderen Lebensumständen gekommen ist", sagte Soyer. Zur Zukunft des 52-Jährigen bemerkte der Rechtsanwalt, sowohl ein Job als auch eine Wohnmöglichkeit wären vorhanden. Der Mann werde "ein unspektakuläres Leben" führen.
Die Frage, ob der Mann das Alarmanlagen-Geschäft, das er zuletzt in Wien-Neubau betrieben hatte, wieder aufsperren wird, verneinte Soyer: "Das Gewerbe ist ruhend gestellt. Ein Fortsetzen des Geschäfts ist nicht angedacht."
11. Mai 2003
Der damals 47-Jährige war am 11. Mai 2003 weit nach Mitternacht über ein Baugerüst ins Kunsthistorische Museum (KHM) eingedrungen, indem er nach oben kletterte und im ersten Stock ein Fenster aufzwängte. Er gelangte zufällig in den Raum, in dem unter einer Vitrine das auf einen Wert von 36 Millionen Euro geschätzte Salzfass des Renaissance-Künstler Benvenuto Cellini ausgestellt war. Der Eindringling nahm das Kunstwerk an sich, begab sich nach Hause und verstaute sie zunächst unter seinem Bett.
Als er den Zeitungen den Wert seiner Beute entnahm, kam er auf die Idee, an die zuständige Uniqa-Versicherung Erpresserbriefe zu richten. Er verlangte zuerst fünf, später zehn Millionen Euro, allenfalls werde er das Kunstwerk einschmelzen, das er in der Zwischenzeit in einem Waldstück bei Zwettl vergraben hatte.
Im Jänner 2006 konnte der Mann nach intensiven Ermittlungen ausgeforscht und verhaftet werden. Er zeigte sich von Anfang an geständig und führte die Polizisten zur Saliera, die - wie die Beamten später versicherten - ohne seine Mithilfe niemals gefunden worden wäre. Die Saliera ist mittlerweile wieder im KHM ausgestellt.
(apa/red)
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