Dienstag, 12. August 2008

Gedenken an Fred Sinowatz: Staatsspitze trägt sich in öffentliches Kondolenzbuch ein

  • Gusenbauer und Fischer als erste am Ballhausplatz
  • Öffentlichkeit kann sich bis Donnerstag eintragen

Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer haben sich in das Kondolenzbuch für den verstorbenen Altbundeskanzler Fred Sinowatz eingetragen. Auch Vizekanzler Wilhelm Molterer erschien einige Minuten später am Ballhausplatz, wo noch bis Donnerstagnachmittag die Möglichkeit besteht, die Trauer über den Todesfall zu bekunden.

Fischer und Gusenbauer waren im Marmor-Ecksalon des Bundeskanzleramts gemeinsam erschienen, wo auch ein schwarz gerahmtes Bild von Sinowatz neben dem Kondolenzbuch aufgestellt ist. Nach einer kurzen Verbeugung und einer Gedenkminute würdigte der Präsident den verstorbenen SPÖ-Granden mit folgenden Worten: "Er ist seiner engeren Heimat, dem Burgenland, immer treu geblieben. Er hat erfolgreich mit großem Idealismus für Österreich gearbeitet." Und gegen Ende: "Er hat die Menschen gerne gehabt und sie haben diese Zuneigung erwidert."

Nicht weniger würdigend gerieten die Abschiedsworte Gusenbauers: "Vieles wird erst nach dem Tod von Bundeskanzler Fred Sinowatz gesagt werden, was längst hätte gesagt werden müssen." Neben Molterer war auch Staatssekretärin Christine Marek von der schwarzen Regierungsriege erschienen und hatte sich eingetragen, ebenso Mitarbeiter des Bundeskanzleramts.

Andrang am Ballhausplatz
Eine halbe Stunde nach dem Erscheinen der Regierungsspitzen war das Haus für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zahlreiche Freunde, Weggefährten und Bewunderer kamen nach und nach auf den Ballhausplatz. "Er ist meiner Meinung nach der letzte österreichische Politiker, der ein wahrer Österreicher war", drückte etwa ein älterer Herr seine Anerkennung für Sinowatz aus. Ein anderer Herr meinte: "Ich bin erst später draufgekommen, was man an ihm gehabt hat." Eine Dame sprach schlicht von einem "herzensguten Menschen", der der Verstorbene gewesen sei. Das Kondolenzbuch liegt noch bis Donnerstag im Bundeskanzleramt auf.

(apa/red)

12.8.2008 16:22