Mittwoch, 13. August 2008

Ein ungewolles Nickerchen mitten am Tag:
Narkolepsie bringt spontane Schlafattacken

  • Ausreichender Nachtschlaf hilft gegen die Krankheit
  • Regelmäßige Zubettgeh- & Aufstehzeiten empfohlen

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus lindert die Symptome der schweren Schlafstörung Narkolepsie. "Ausreichender Nachtschlaf mit regelmäßigen Zubettgeh- und Aufstehzeiten kann den unkontrollierbaren Schlafanfällen entgegenwirken", so Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte. Auch zwei bis drei Schlafpausen von etwa 20 Minuten könnten dazu beitragen, die Wachheit tagsüber zu verbessern.

In Deutschland leiden rund 24.000 Menschen an Narkolepsie. Die Schlafattacken können in allen Lebenslagen auftreten, wie zum Beispiel mitten in einem Gespräch, beim Essen oder Autofahren. Gefühlsregungen wie Lachen, Ärger oder Überraschung können bei Betroffenen eine plötzliche Erschlaffung der Körpermuskulatur auslösen. Bei stärkerer Ausprägung eines Anfalls kann es auch zu Stürzen kommen.

Der Narkolepsie entgegenwirken
Die Tagesschläfrigkeit von Narkolepsie-Patienten wird nicht selten als Faulheit oder mangelnde Disziplin missverstanden. "Daher ist es sinnvoll, dass Betroffene ihre Arbeitskollegen sowie ihren Freundeskreis über die Erkrankung informieren", empfiehlt Bergmann. Der Aachener Neurologe rät zu einer individuellen Behandlungsstrategie aus medikamentöser Therapie und Verhaltensmaßnahmen, die von Arzt und Patient gemeinsam erarbeitet werden sollte. "Einige Patienten haben beispielsweise gelernt, einen Lähmungsanfall durch Luftanhalten, Fäuste machen oder an etwas Neutralen denken, zu verhindern", sagt Bergmann. (apa/red)

13.8.2008 09:35